25 MĂ€rz 2023

Papst erlÀsst erweiterte Regeln gegen sexuellen Missbrauch

Knapp vier Jahre nach Erlass von schĂ€rferen Massnahmen gegen sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche durch Papst Franziskus hat der Vatikan erweiterte und klarere Regeln bekanntgegeben. Der Heilige Stuhl legte am Samstag eine aktualisierte Fassung des 2019 erlassenen apostolischen Schreibens „Vos estis lux mundi“ („Ihr seid das Licht der Welt“) vor. Der Pontifex bestĂ€tigt damit die bestehenden Massnahmen, ordnet allerdings zugleich Neuerungen und Erweiterungen an. Die neue Fassung soll am 30. April in Kraft treten.

Mit dem sogenannten Motu proprio „Vos estis lux mundi“ reagierte Franziskus 2019 auf Kritik, er unternehme nicht genug gegen MissbrauchsfĂ€lle in der Kirche. Mit schĂ€rferen Gesetzen wollte er dagegen vorgehen. Im Zentrum des Erlasses stand die Meldepflicht fĂŒr FĂ€lle sexuellen Missbrauchs fĂŒr die gesamte katholische Kirche.

Die Verpflichtung, Missbrauchs- und VertuschungsfĂ€lle umgehend anzuzeigen, galt im Ursprungsschreiben ausschliesslich fĂŒr Kleriker und Ordensleute. In der aktualisierten Fassung wurden nun auch Laien an der Spitze internationaler Vereinigungen hinzugefĂŒgt. Pater Hans Zollner von der PĂ€pstlichen Kommission fĂŒr den Schutz von MinderjĂ€hrigen bezeichnet dies im GesprĂ€ch mit Radio Vatikan als wichtigste Neuerung. Die MissbrauchsbekĂ€mpfung werde jetzt klarer angegangen.

Konkreter wird es ausserdem in Bezug auf Anlaufstellen fĂŒr Anzeigen. War in der alten Fassung noch von „stabilen Systemen“, die der „Öffentlichkeit leicht zugĂ€nglich“ sein sollen, die Rede, wird nun die Einrichtung von „Stellen und Ämtern“ angeordnet, um Meldungen ĂŒber Missbrauch entgegenzunehmen.

(text:sda/bild:sda)