20 April 2022

Online-Nutzung nimmt nach Abklingen der Pandemie ab

Mit der schrittweisen Aufhebung der Corona-Massnahmen hat die Digitalisierung des Alltags in der Schweiz an Schwung verloren. Weniger Menschen als vor einem Jahr nutzen regelmÀssig Streamingdienste wie Netflix und soziale Medien oder nehmen an Videokonferenzen teil.

Dies ist das Ergebnis des diesjĂ€hrigen Monitors „Datengesellschaft und SolidaritĂ€t“ der Forschungsstelle Sotomo im Auftrag der Sanitas-Stiftung.

In der am Mittwoch veröffentlichten Umfrage gaben noch 50 Prozent der Teilnehmenden an, sie benutzten regelmÀssig Streamingdienste. 2021 waren es noch 60 Prozent gewesen. Dennoch liegt der Anteil der regelmÀssigen Nutzerinnen und Nutzer höher als vor der Pandemie: 2019 hatte er 37 Prozent betragen.

Noch immer spĂŒrbar ist der durch Corona ausgelöste Digitalisierungsschub zudem, was die Nutzung von Software fĂŒr Videokonferenzen respektive Videotelefonie angeht. Zwar sank der Anteil jener, die entsprechende Technologien nach eigener Aussage regelmĂ€ssig nutzen, im laufenden Jahr gegenĂŒber 2021 von 59 auf 50 Prozent. Anfang 2020 hatte er laut einer nachtrĂ€glich durchgefĂŒhrten Befragung jedoch lediglich bei 33 Prozent gelegen.

Die Nutzung der sozialen Medien erreichte dagegen schon 2020 einen Höhepunkt. 2021 stagnierte der Anteil der regelmĂ€ssigen Nutzerinnen und Nutzer bei 67 Prozent. Im laufenden Jahr liegt er bei 59 Prozent und damit lediglich zwei Prozentpunkte ĂŒber dem Niveau von 2019.

Die Menschen hĂ€tten viele Freiheiten zurĂŒckgewonnen, schrieben die Studienautoren zur neuesten Entwicklung. Das Leben habe sich aus dem virtuellen wieder vermehrt in den realen Raum verlagert. Sie ziehen daraus den Schluss, dass der Corona-Schub bei den digitalen KanĂ€len seinen Höhepunkt ĂŒberschritten habe.

Grundlage der Studie ist eine Online-Umfrage, die vom 10. bis 30. Januar durchgefĂŒhrt wurde. Insgesamt 2450 Personen wurden dafĂŒr gezielt rekrutiert. Zudem wurde die Stichprobe gewichtet. Laut Sotomo ist die Zusammensetzung der Stichprobe damit nahe an jener der Gesamtbevölkerung.

Die Stiftung Sanitas Krankenversicherung ist AlleinaktionĂ€rin der gleichnamigen Krankenkasse. Sie fĂŒhrt die entsprechende Datenerhebung seit 2018 jĂ€hrlich durch.

(text:sda/bild:beo)