1 Februar 2021

√Ėsterreich lockert Anti-Corona-Massnahmen

Unter dem Druck der Wirtschaft und vieler B√ľrger √∂ffnet √Ėsterreich nach sechs Wochen Lockdown ab 8. Februar wieder alle Gesch√§fte. Es gelten allerdings versch√§rfte Vorsichtsmassnahmen. „Das Tragen von FFP2-Masken ist Pflicht“, sagte Kanzler Sebastian Kurz am Montagabend. Ausserdem wird die Zahl der erlaubten Kunden im Handel deutlich verringert. Friseure d√ľrfen wieder Kunden bedienen. F√ľr einen Termin bei den k√∂rpernahen Dienstleistungen ist aber ein negativer Test n√∂tig, der nicht √§lter als 48 Stunden sein darf.

Auf vielfachen Wunsch von Eltern werden die Schulen in den Pr√§senzunterricht √ľbergehen, teils allerdings in einem Schicht-System und mit Corona-Tests. Auch Museen k√∂nnen wieder besucht werden. Die n√§chtlichen Ausgangsbeschr√§nkungen bleiben bestehen.

Die Einreiseregeln werden versch√§rft, um m√∂glichst die Verbreitung ansteckenderer Corona-Mutation zu verhindern oder zu verz√∂gern. Pendler m√ľssen nun an der Grenze nach den Worten von Gesundheitsminister Rudolf Anschober einmal in der Woche Corona-Tests vorweisen.

„Verstehen Sie diese punktuellen Lockerungen nicht als Entwarnung“, sagte Kurz. Wenn die Zahlen der Neuinfektionen wieder stiegen, w√ľrden die Massnahmen erneut versch√§rft.

Eigentlich hatte die Regierung die Zahl von rund 700 Neuinfektionen am Tag als Ziel ausgegeben, um das öffentliche Leben wieder hochzufahren. In den vergangenen Tagen lag diese Zahl bei durchschnittlich etwa 1300. Am Sonntag hatten trotz eines Versammlungsverbots nach Angaben des Innenministeriums rund 10 000 Menschen in Wien gegen den Corona-Lockdown demonstriert.

„Wir wollen diesem Land, den Menschen Zuversicht geben“, sagte der Ministerpr√§sident der Steiermark, Hermann Sch√ľtzenh√∂fer. Am 15. Februar will die Regierung erneut beraten. Dann gehe es darum, ob eventuell weitere √Ėffnungsschritte gegangen werden k√∂nnten, meinte Kurz. Die Gastronomie, die Hotellerie, alle Tourismusbetriebe und die Theater hoffen auf einen Start in die Saison 2021. Kurz machte aber auch klar, dass bei einem exponentiellen Anstieg der Zahl der Neuinfektionen die Massnahmen erneut versch√§rft w√ľrden.

Die Opposition hat unterschiedliche Ansichten zum Konzept der Regierung. „Das Gesundheitssystem steht nicht vor dem Kollaps“, erinnerte die Chefin der liberalen Neos, Beate Meinl-Reisinger, an die zentrale Begr√ľndung f√ľr einen Lockdown. Die rechte FP√Ė forderte die √Ėffnung auch der Lokale und einen ausdr√ľcklichen Verzicht auf einen weiteren Lockdown auch bei erneut steigenden Infektionszahlen. Die SP√Ė-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner warnte vor einer dritten Welle, wenn man weit √ľber die Schulen hinaus √∂ffne.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt √∂sterreichweit bei rund 100 F√§llen. Bei einer Verdoppelung dieser Zahl sollten die Alarmglocken wieder l√§uten, sagte Kurz. Die Impfungen sind im Januar wie in vielen Staaten erst schleppend angelaufen. Bis Ostern hofft das Land, das neun Millionen Einwohner hat, aber darauf, dass eine Million B√ľrger einen kompletten Impfschutz haben.

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