Oberried am Brienzersee: Auch die beiden bisherigen Gemeinderäte, im Amt sistiert, haben demissioniert
Der Regierungsrat des Kantons Bern beschloss am 17. Dezember 2025, mangels Beschlussfähigkeit der Executive in der Gemischten Gemeinde Oberried/Br.see, gemäss Gemeindegesetz, per 1. Januar 2026 André Chevrolet als Besonderen Verwalter einzusetzen. Mit diesem Einsetzungsbeschluss erhielt er die umfassenden Kompetenzen des Gemeinderates. Er wurde beauftragt, die umfassende Aufgabenerfüllung des Gemeinderates wahrzunehmen. Zudem lautete der Auftrag auch, im Rahmen des Möglichen darauf hinzuwirken, dass der Gemeinderat Gemeinde der Gemischten Gemeinde Oberried/Br.see ab dem 1. Januar 2027 wieder beschlussfähig wird und zu sorgen, dass die Gemeinde Oberried bei den anstehenden Gesprächen mit der Einwohnergemeinde Brienz betreffend eine allfällige Fusion angemessen vertreten wird. Die Einsetzung der Besonderen Verwaltung endet somit voraussichtlich am 31. Dezember 2026.
Die Ausgangslage hat sich aber erneut drastisch verändert. Die gewählten, aber sistierten Exekutivmitglieder Siegfried Aulbach, Gemeindepräsident und Peter Coatti, Gemeinderat, haben auf 31. Dezember 2026 demissioniert.
Die Ersatzwahlen werden für die Gemeindeversammlung vom 09. Dezember 2026 angesetzt für
- Gemeindepräsidentin oder Gemeindepräsident
- Wahl von 4 Mitgliedern in den Gemeinderat
Der Besondere Verwalter ruft deshalb die Stimmberechtigten von Oberried/Br.see auf, sich für diese würdevollen und interessanten Ämter zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig gilt es, sich bewusst zu sein, dass die Aufgabe mit einem erheblichen zeitlichen Engagement und mit grosser Verantwortung verbunden ist. Die Gemeinde befindet sich derzeit in einer anspruchsvollen Situation. Die Stabilität der Verwaltung ist dabei eine zusätzliche Herausforderung, die nicht ausgeblendet werden darf. Umso wichtiger sind Personen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, sich einzubringen und gemeinsam am eingeschlagenen Weg zur Fusion zu arbeiten.
Sollte die Gemeindeversammlung nicht genügend Ratsmitglieder wählen können, wird der Kanton erneut eine Sonderverwaltung einsetzen müssen.
Da die Gemeindeschreiberstelle seit 1. Juni nicht besetzt werden konnte, musste eine externe Lösung als Überbrückung eingesetzt werden. Die neuerliche Ausschreibung ergab leider wiederum keinen Erfolg. Die Stelle konnte nicht besetzt werden. Die Besondere Verwaltung musste das Mandat bis Ende 2026 verlängern. Da die Ausgabenkompetenz der Besonderen Verwaltung überschritten wird, liegt die Kreditzuständigkeit bei der Gemeindeverwammlung. An der kommenden Gemeindeversammlung wird ein Nachkredit zur Beschlussfassung unterbreitet.
In der Gemeindeverwaltung hat nunmehr auch die zweite Sachbearbeiterin, Abisha Michael, auf Ende 2026 infolge Wegzugs aus der Region gekündigt. Die Besondere Verwaltung ist immens gefordert. Intensive Gespräche für Lösungsansätze laufen.
(text:pd/bild:pexels)