8 April 2023

NZZ muss nach Cyberangriff System abschalten

Die „Neue Z├╝rcher Zeitung“ k├Ąmpft auch zwei Wochen nach einem Cyberangriff auf ihre Computer weiter mit Problemen. Der Verlag hat zentrale Systeme f├╝r die Zeitungsproduktion ausser Betrieb setzen und die Samstagausgabe bereits am Donnerstag vorproduzieren m├╝ssen.

Mit dieser „Ausnahmesituation“ sei auch eine Umfangreduktion verbunden, teilte das Unternehmen am Samstag mit. Aufgrund des vor zwei Wochen bekannt gewordenen Cyberangriffs st├╝nden nach wie vor einige Systeme und Services nicht zur Verf├╝gung.

Die IT der NZZ arbeite mit externen Spezialisten an Massnahmen zur Behebung, hiess es. Die elektronische Ausgabe (E-Paper) dagegen war ohne Einschr├Ąnkungen abrufbar.

Reduziert erschienen am Samstag auch Zeitungen des CH-Media-Verlags, der IT-Dienstleistungen von der NZZ bezieht. Statt 16 unterschiedlichen lokalen Splitausgaben konnten nur deren vier produziert werden, wie das Unternehmen der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Tageszeitungen aller drei Grossregionen Nordwestschweiz, Ostschweiz und Zentralschweiz waren betroffen. Online und ├╝ber die App waren alle publizistischen Inhalte abrufbar.

Der Cyberangriff auf die Infrastruktur der NZZ-Mediengruppe war vor zwei Wochen bekannt geworden. Es sei sogenannte Ransomware eingesetzt worden, teilte CH Media damals mit. Mit dieser k├Ânnen Hacker ins Computersystem eines Opfers eindringen und Zugriff auf IT-Systeme oder auf Daten erlangen oder diese blockieren. Auch k├Ânnen sie ihre Opfer mit Verschl├╝sselungstechnik aussperren und L├Âsegeld verlangen.

Wie die Nachrichtenagentur Keystone-SDA aus Verlagskreisen erfuhr, wurde eine L├Âsegeldforderung gestellt. Die Medienunternehmen nahmen dazu auf Anfrage keine Stellung. CH-Media-Verleger Peter Wanner hatte in einem Interview vor einer Woche dagegen erkl├Ąrt, seines Wissens seien keine solche Forderungen gestellt worden. Der finanzielle Schaden halte sich in Grenzen.

Wie lange die Probleme andauern werden, war unklar. Zu weiteren Auswirkungen auf die CH-Media-Titel d├╝rfe man gegenw├Ąrtig nicht weiter informieren, da dies Bestandteil einer laufenden Untersuchung sei, hiess es. Aufgrund der „rollenden Entwicklung“ k├Ânne man keine Angaben dazu machen, teilte die NZZ mit.

(text:sda/bild:pixabay-symbolbild)