23 Mai 2024

Nvidias Rekordlauf geht dank KI-Boom weiter

Das GeschÀft des Chipkonzerns Nvidia ist durch den KI-Boom weiterhin explosiv gewachsen. Im vergangenen Quartal war der Umsatz mit 26 Milliarden Dollar beeindruckende 262 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Besonders stark wuchs im vergangenen Quartal das GeschĂ€ft mit Technik fĂŒr Rechenzentren. Mit 22,6 Milliarden Dollar war der Umsatz mehr als fĂŒnfmal höher als vor einem Jahr, wie Nvidia nach US-Börsenschluss am Mittwoch mitteilte. Selbst binnen drei Monaten war es noch ein Plus von 23 Prozent. Huang sprach in einer Telefonkonferenz mit Analysten von einer „neuen Industriellen Revolution“. Im Kommen sei ein neuer Typ von Rechenzentren: „KI-Fabriken“.

Nvidia wolle nun jedes Jahr eine neue Generation seiner Chips vorstellen, sagte Huang. Im MĂ€rz hatte er das Chipsystem „Blackwell“ vorgestellt. Es wird derzeit produziert und in den kommenden Monaten sollen erste GerĂ€te an die Kunden gehen. „Blackwell“ ist viel leistungsstĂ€rker als die vorherige Generation „Hopper“ – und nicht nur Tech-Riesen wie der Facebook-Konzern Meta und Amazons Cloud-Sparte AWS stehen auf der Kundenliste.

FĂŒr das laufende Quartal stellte der Konzern einen weiteren Umsatzanstieg auf 28 Milliarden Dollar in Aussicht – wĂ€hrend Analysten im Schnitt eine Prognose von knapp 27 Milliarden Dollar erwartet hatten.

Nvidia betreibt auch die „Omniverse“-Plattform, ĂŒber die Unternehmen ihre Fabriken mithilfe sogenannter digitaler Zwillinge besser steuern können und liefert unter anderem an Mercedes Autocomputer fĂŒr Fahrassistenz-Funktionen.

Der Quartalsgewinn von Nvidia sprang im Jahresvergleich von gut 2 auf knapp 14,9 Milliarden Dollar hoch. Die Aktie legte im nachbörslichen US-Handel am Mittwoch um gut sechs Prozent zu und ĂŒberschritt dabei erstmals die Marke von 1000 Dollar. Nvidia gab auch eine Anhebung der Dividende und einen Aktiensplit im VerhĂ€ltnis 1 zu 10 bekannt.

Nvidia-Technologien wurden ursprĂŒnglich fĂŒr Grafikkarten entwickelt. Dann stellte sich aber heraus, dass sie sich auch fĂŒr die Rechenarbeit beim Anlernen von Anwendungen mit KĂŒnstlicher Intelligenz eignen. Nvidias Chips wurden damit zu einer SchlĂŒsseltechnologie fĂŒr die KI-Zukunft – und der Konzern profitiert zusĂ€tzlich vom GeschĂ€ft mit dazugehöriger Software und Diensten.

Inzwischen komme Nvidia-Technik nicht mehr nur beim Training, sondern auch beim Betrieb von KI-Anwendungen zum Einsatz, betonte Konzernchef Jensen Huang. Darin steckt potenziell ein noch stabileres GeschĂ€ft. Denn das Anlernen braucht zwar eine gewaltige Rechenleistung – ist jedoch nur einmal pro KI-Modell nötig. Huang geht zugleich davon aus, dass KI kĂŒnftig alle möglichen Inhalte generieren wird, die heute aus Datenbanken abgerufen werden.

(text:sda/bild:unsplash)