7 September 2023

Norweger findet per Zufall antiken Goldschatz

Bewegung an der frischen Luft ist nicht nur gesund, sondern kann auch einen sensationellen Goldschatz aus der Zeit der V├Âlkerwanderungen zutage f├Ârdern: Diese Erfahrung hat der Norweger Erlend Bore gemacht, wie die Universit├Ąt Stavanger im S├╝dwesten Norwegens am Donnerstag mitteilte.

Um sich mehr zu bewegen, hatte sich der Amateur-Arch├Ąologe einen Metalldetektor angeschafft – und damit Goldschmuck gefunden, der um 500 nach Christus angefertigt worden war. „Anfangs dachte ich, dass es Schokoladenst├╝cke sind“, sagte Erlend Bore der Erkl├Ąrung zufolge ├╝ber den erdverkrusteten Goldschatz. Dass er solch wertvolle St├╝cke aus uralten Zeiten entdeckt habe, sei f├╝r ihn „total irreal“ gewesen.

Sein Fund besteht aus neun Medaillons und Goldperlen, die zusammen ein prachtvolles Collier ergeben w├╝rden. Ausserdem geh├Âren drei goldene Ringe zu dem Schatz. Die goldenen Schmuckst├╝cke bringen zusammen gut hundert Gramm auf die Waage.

Bore hatte den Schatz Ende August auf dem Anwesen eines Landwirts entdeckt. Der um die 50 Jahre alte Norweger, der als Kind Arch├Ąologe hatte werden wollen, hatte sich einen Metalldetektor gekauft, um sich zu mehr Bewegung an der frischen Luft zu motivieren. Er folgte damit dem Rat seines Arztes und seines Physiotherapeuten.

Bore wollte den Detektor gerade weglegen, als dieser an der Flanke eines H├╝gels anschlug. Was er dann fand, verschlug ihm den Atem. „Das ist der Goldfund des Jahrhunderts in Norwegen“, erkl├Ąrte der Leiter des arch├Ąologischen Museums der Universit├Ąt Stavanger, Ole Madsen. „So viel Gold auf einen Schlag zu finden, ist extrem selten.“ Der letzte vergleichbare Fund in Norwegen reicht demnach zur├╝ck ins 19. Jahrhundert.

Besonders ist Bores Goldschatz auch wegen des Motivs auf den Medaillons. Es handelt sich um eine Art Pferd aus der nordischen Mythologie. Der Arch├Ąologie-Professor Hakon Reiersen erl├Ąuterte, der Fundort des Schatzes und der Vergleich mit ├Ąhnlichen Funden lege nahe, dass es sich entweder „um wertvolle St├╝cke, die versteckt wurden, oder um eine Gabe an die G├Âtter in bewegten Zeiten“ gehandelt habe.

F├╝r seine bedeutende Entdeckung wird Bore nicht nur ideell belohnt. Wie es das Gesetz in Norwegen vorsieht, sollen er und der Besitzer des Fund-Grundst├╝cks eine Belohnung erhalten. Deren H├Âhe muss allerdings noch festgelegt werden.

(text:sda/bild:keystone)