20 Juni 2023

Norwegen will Meeresboden f├╝r Tiefseebergbau freigeben

Norwegen will einen Teil seines Meeresbodens f├╝r den Abbau von Mineralien freigeben. “Wir brauchen Mineralien, um die Energiewende erfolgreich zu gestalten”, erkl├Ąrte Energieminister Terje Aasland am Dienstag. Umweltsch├╝tzer lehnen den Tiefseebergbau ab. Sie bef├╝rchten, dass er die ├ľkosysteme der Tiefsee sch├Ądigen k├Ânnte.

Am Meeresboden des norwegischen Festlandsockels werden grosse Vorkommen an Mineralen vermutet, darunter Seltene Erden. “Diese Ressourcen werden heute von einer Handvoll L├Ąndern kontrolliert, was uns verwundbar macht”, erkl├Ąrte Aasland.

Derzeit ist China der weltweit gr├Âsste Produzent von Seltenen Erden. Durch die schrittweise ├ľffnung von 280’000 Quadratkilometern Fl├Ąche ihres Meeresbodens f├╝r die Tiefseeerkundung – das entspricht etwa der halben Fl├Ąche Frankreichs – k├Ânnte die Regierung in Oslo Norwegen zu einem weltweit bedeutenden Produzenten von Mineralien machen.

Kein anderes Land als Norwegen habe “eine bessere Grundlage, um bei der nachhaltigen und verantwortungsvollen Nutzung solcher Ressourcen eine Vorreiterrolle zu ├╝bernehmen”, sagte Energieminister Aasland. Die Regierung erkl├Ąrte, ein Abbau werde nur dann genehmigt, “wenn die Industrie nachweisen kann, dass er auf nachhaltige und verantwortungsvolle Weise erfolgen kann”.

Seltene Erden werden in der Industrie verwendet und finden sich in zahlreichen Alltags- und Hightech-Ger├Ąten wieder, von Gl├╝hbirnen bis hin zu Kampfflugzeugen. Zum Abbau der Metalle werden starke Chemikalien ben├Âtigt. Das f├╝hrt zu grossen Mengen giftiger Abf├Ąlle und hat bereits mehrere Umweltkatastrophen verursacht.

Norwegen ist der gr├Âsste ├ľl- und Gasproduzent Europas. Der Vorschlag der Regierung in Oslo kam einen Tag, nachdem die UN-Mitgliedstaaten ein in jahrelangen Verhandlungen ausgehandeltes Hochsee-Schutzabkommen formell beschlossen hatten. Der Regierugsvorschlag soll im Herbst im Parlament in Oslo diskutiert werden.

(text:sda/bild:unsplash)