12 September 2023

Nordkoreas Kim vor Treffen mit Putin – Ukraine meldet GelĂ€ndegewinne

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist nach offiziellen Angaben zu einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin in Russland eingetroffen. „Ich bestĂ€tige das“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag der russischen Agentur Interfax. Wo genau das Treffen stattfinden wĂŒrde, blieb zunĂ€chst geheim.

Kim war Berichten zufolge in den Weiten des russischen Fernen Osten in seinem Privatzug unterwegs, der wegen schwerer Panzerung nur bis zu 80 Kilometer pro Stunde fahren kann. Spekuliert wurde, dass Putin und Kim möglicherweise zusammen den Weltraumbahnhof Wostotschny im Gebiet Amur besuchen könnten. Von Journalisten darauf angesprochen sagte Putin aber auch nur: „Wenn ich da hinfahre, werden Sie es wissen.“

USA warnen Nordkorea vor Waffenlieferungen an Russland

Die USA warnten Kim unterdessen, Russland mit KriegsgerĂ€t zu versorgen. „Jede Lieferung von Waffen von Nordkorea an Russland wĂ€re eine Verletzung mehrerer Resolutionen des UN-Sicherheitsrats“, sagte Matthew Miller, der Sprecher des US-Aussenministeriums, am Montag. Die USA wĂŒrden nicht zögern, gegen beide LĂ€nder neue Sanktionen zu verhĂ€ngen. Es sei ein Zeichen der SchwĂ€che Putins, dass er ĂŒberhaupt mit Kim verhandeln mĂŒsse, sagte Miller. „Ich wĂŒrde es als „um Hilfe betteln“ bezeichnen – angesichts der Tatsache, dass er quer durch sein eigenes Land reisen muss, um einen internationalen Paria zu treffen und ihn um UnterstĂŒtzung in einem Krieg zu bitten, von dem er geglaubt hatte, ihn im ersten Monat zu gewinnen“, sagte Miller.

Ukrainische Armee: Kommen im SĂŒden tĂ€glich 50 bis 200 Meter voran

Wie schwierig und wohl auch verlustreich die ukrainische Offensive gegen die russischen Invasionstruppen ist, verdeutlichten Angaben der ukrainischen Armee zum Kampfgeschehen im SĂŒdosten in der Region Saporischschja. Dort machen die Truppen Kiews nach eigenen Angaben durchschnittlich 50 bis 200 Meter GelĂ€ndegewinne am Tag. „Manchmal sind es Kilometer und manchmal gibt es ĂŒberhaupt keine Bewegung, da wir uns festsetzen und unsere Truppen schĂŒtzen mĂŒssen“, sagte der Sprecher des Frontabschnitts „Taurien“, Olexander Schtupun, der Nachrichtenagentur Ukrinform. Strategisches Ziel der Ukraine ist es dort, bis zum etwa 80 Kilometer sĂŒdlich gelegenen Asowschen Meer vorzustossen.

Der russische Gegner versuche stĂ€ndig, verlorene Positionen zurĂŒckzuerobern und ziehe neue Reserven heran, fĂŒgte der Sprecher hinzu. Insgesamt hĂ€tten die KĂ€mpfer des Abschnitts „Taurien“ seit dem Beginn der Offensive bereits mehr als 255 Quadratkilometer befreit.

Putin bestreitet ukrainische Erfolge

Kremlherrscher Putin hĂ€lt die ukrainische Gegenoffensive hingegen fĂŒr einen Fehlschlag. „Die Ukraine fĂŒhrt eine so genannte Gegenoffensive durch. Ergebnisse gibt es natĂŒrlich keine“, sagte er am Dienstag bei einem Wirtschaftsforum in Wladiwostok im russischen Fernen Osten. Putin erklĂ€rte zugleich, Russland werde so lange weiter kĂ€mpfen, wie die ukrainische Gegenoffensive laufe. Moskaus Bedingung fĂŒr mögliche Verhandlungen ist die Anerkennung mehrerer völkerrechtswidrig annektierter ukrainischer Gebiete als russisch. Die angegriffene Ukraine lehnt das hingegen ab und will mit westlicher Hilfe alle besetzten Gebiete einschliesslich der 2014 völkerrechtswidrig von Russland annektierte Halbinsel Krim befreien.

Russland meldet angeblichen Drohnenangriff auf AKW-Stadt Enerhodar

Russland berichtete am Dienstag ĂŒber einen angeblichen Drohnenangriff auf die von seinen Truppen besetzte sĂŒdukrainische Stadt Enerhodar nahe dem Atomkraftwerk Saporischschja. Zwei Drohnen seien am Montag abgefangen worden, vier andere hĂ€tten ihre Angriffe zwar ausgefĂŒhrt, aber keinen Schaden angerichtet, sagte der Chef russischen Atombehörde Rosatom, Alexej Lichatschow, der Agentur Interfax. UnabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen liessen sich diese Angaben wie auch die Berichte von anderen Fronten zunĂ€chst nicht. Von der Ukraine gab es keine offizielle Reaktion.

London: Moskau baut Flugabwehr zum Schutz gegen Drohnen aus

Zum Schutz gegen ukrainische Drohnenangriffe hat Russland nach britischen Angaben seine Flugabwehr rund um die Hauptstadt Moskau ausgebaut. „Seit Anfang September 2023 sind russische SA-22-Luftverteidigungssysteme rund um die Hauptstadt auf erhöhten TĂŒrmen und Rampen positioniert“, teilte das Verteidigungsministerium in London in seinem tĂ€glichen Geheimdienst-Update mit. Ziel sei eine bessere Verteidigung gegen Drohnenattacken, „denen die Stadt derzeit an den meisten Tagen ausgesetzt ist“.

(text:sda/bild:keystone)