Nordkap bis Schwarzes Meer: Nato-Übung mit Ukraine-Infos
Angesichts der Furcht vor Russland wollen die Nato und die US-Armee bei ihrer jährlichen Militärübung „Avenger Triad“ vom Nordkap bis zum Schwarzen Meer noch enger, rascher und innovativer zusammenarbeiten.
An der Übung vom 6. bis 15. Oktober nehmen rund 2.000 Soldaten aus zahlreichen Nato-Staaten teil, wie Generalmajor Björn Schulz von der deutschen Bundeswehr am Hauptquartier des US-Heeres für Europa und Afrika in Wiesbaden mitteilte. Mit hochmoderner Technik und Kommunikation über Handys in Echtzeit liege jederzeit ein glasklares Lagebild vor.
Bei „Avenger Triad 26“ handelt es sich nicht um eine klassische Truppenübung, sondern um Simulationen auch mit Hilfe von KI, um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit westlicher Streitkräfte bei der Verteidigung zu üben. Damit soll die vor rund zwei Jahren gestartete „Eastern Flank Deterrence Initiative“ (EFDI/Initiative zur Abschreckung an der Ostflanke) mit verbesserter Koordination und erhöhter Kampfkraft noch mehr Gestalt annehmen.
Major Ben Schiff von den US-Streitkräften sagte in Wiesbaden, das westliche Militär lerne von der Ukraine dazu. Die von Russland überfallene Nation habe etwa schneller als jeder andere Staat Militärdrohnen weiterentwickelt. Bei der EFDI würden beispielsweise Aufklärungsdrohnen, Bodensensoren, Radare, Kameras und Waffensysteme in einem Netzwerk integriert. Dieses könne in Sekundenschnelle mit all seinen Komponenten kommunizieren. Es sei für alle Nato-Partner offen zugänglich.
Bei einer internationalen Vorübung für die Planung der Hauptübung „Avenger Triad 26“ wurden in einer riesigen Halle in Wiesbaden bereits zahlreiche Militärsysteme den beteiligten Soldaten zur Anschauung präsentiert. Dazu zählten etwa unbemannte Minenaufklärungsfahrzeuge, die die Risiken für Menschenleben minimieren sollen, Abfangdrohnen gegen feindliche Flugkörper und im aktuellen Irak-Krieg zerstörte iranische Aufklärungsdrohnen.
(text:sda/bild:unsplash)