20 Februar 2026

Noé Roth mit Flugshow zu Aerials-Silber

Der Schweizer Aerials-Crack Noé Roth sorgt in Livigno mit Silber für das nächste Schweizer Olympia-Highlight. Der 25-jährige Zuger wird knapp hinter dem Chinesen Wang Xindi Zweiter. Für Pirmin Werner resultiert nach verpatzter Landung der 5. Rang.

Vor den Augen von Swiss-Olympic-Präsidentin Ruth Metzler-Arnold und Walter Reusser, Co-Geschäftsführer von Swiss-Ski, und zahlreichen weiteren Schweizer Fans im Veltlin zeigte Roth im entscheidenden Moment die (fast) perfekte Flugshow.

„Ich habe vier Jahre darauf hingearbeitet. Jetzt hier zu stehen und die Medaille in den Händen zu halten, bedeutet mir extrem viel“, so der Zuger im SRF-Interview nach der Medaillenzeremonie. Der Druck und die Nervosität seien gross gewesen, „aber ich sage immer: Ich mache das genau für diesen einen Sprung“.

Der zweifache Weltmeister Roth erhielt im Super-Final der Top 6 für den perfekt ausgeführten Sprung Back Double Full-Double-Full-Full 131,58 Punkte – womit ihm nur 1,02 Punkte zu Olympiasieger Wang fehlten. Der 30-jährige Chinese zeigte den gleichen Sprung in leicht besserer Ausführung. Mit Li Tianma ging auch die Bronzemedaille nach China (123,93 Punkte).

Der letztjährige WM-Dritte Pirmin Werner vermochte im Super-Final die Landung seines Sprungs „Hurricane“, den er 2025 an der Heim-WM in St. Moritz zum ersten Mal gezeigt und gestanden hatte, nicht zu landen. Bei der Landung überschlug es ihn – mit 99,32 Punkten resultierte für den Olympia-Vierten von 2022 erneut keine Medaille. Hinter Roth und drei Chinesen resultierte der 5. Platz. „Ich weiss, dass ich um diese Medaille kämpfen kann und ich die Sprünge in mir habe. Jetzt muss ich sie nur noch im richtigen Moment zeigen“, so der Zürcher.

Roth sorgte für die erste olympische Aerials-Medaille für die Schweiz seit 20 Jahren. 2006 in Turin war Evelyne Leu Olympiasiegerin geworden. Acht Jahre davor hatte Colette Brand, Noé Roths Mutter, in Nagano Bronze geholt.

Bei den Männern gab es auf olympischer Ebene erst eine Schweizer Medaille: Bei der Premiere 1994 in Lillehammer durch Olympiasieger Andreas „Sonny“ Schönbächler.

Während Werner schon in der Qualifikation am Morgen als Bester brillierte, musste Roth lange zittern. Als Zwölfter stellte der 25-Jährige die Teilnahme am Final der besten zwölf gerade so noch sicher. In der Entscheidung war er damit als erster Starter gefordert. Mit dem Back Full-Triple Full-Full wählte Roth gleich einen der schwierigsten Sprünge aus. Diesen Dreifach-Salto mit einer dreifachen Schraube im zweiten Salto hatte er noch nie zuvor im Wettkampf gezeigt.

Doch auf der grösstmöglichen Bühne an Olympia führte der Zuger seinen Sprung in der Luft fast in Perfektion aus, auch die Landung gelang ihm gut. Mit 131,56 Punkten konnte sich Roth bereits gewiss sein, in den Super-Final der besten sechs, in welchem alles nochmals bei Null beginnt, vorzustossen.

Der einzige Konkurrent, der Roth in dieser Phase nahe kam, war sein langjähriger Trainingspartner und Freund Pirmin Werner. Der 26-jährige Zürcher erhielt für seinen ersten Finalsprung – einen Back Double Full-Full-Double Full – 127,50 Punkte. Hinter dem Schweizer Duo folgten in der Rangliste gleich vier Chinesen, angeführt von Qi Guangpu.

Es war dann aber nicht der Olympiasieger von 2022, der im entscheidenden Moment zulegen konnte, sondern Wang Xindi, der in Peking wie auch vor acht Jahren in Pyeongchang nur 14. geworden war. Auch an Weltmeisterschaften vermochte sich der 30-Jährige noch nie auf dem Podest zu klassieren.

(text:sda/bild:zvg swiss ski)