18 Februar 2023

Niedrigwasser in Venedig: Gondeln liegen im Schlamm

Venedig, ansonsten von Hochwasser heimgesucht, erlebt derzeit ungew├Âhnlich tiefe Pegelst├Ąnde. Der Wasserstand bei Ebbe sank zeitweise um 60 Zentimeter unter den Normalpegel. Auch am Wochenende wird wieder “Acqua bassa” (Niedrigwasser) erwartet.

Auf kleineren Kan├Ąlen habe der Verkehr eingestellt werden m├╝ssen, zeitweise lagen die Gondeln im Schlamm, hiess es von den Beh├Ârden. Experten f├╝hren diesen Ausnahmezustand auf eine besondere Wetterlage zur├╝ck: Hochdruck ├╝ber Italien, verbunden mit einer Neumondphase, sowie besondere Windverh├Ąltnisse. Ein grosses Hochdruckgebiet ├╝ber Norditalien bildet derzeit eine Barriere gegen Pertubationen, damit fallen Niederschl├Ąge aus.

Seit Wochen regnet es nun schon nicht, einige Fl├╝sse sind derzeit ausgetrocknet. Das f├╝r viele traumhafte Fr├╝hlingswetter zur Faschingszeit wird immer mehr zum Problem. Der Wind weht meist schwach aus nordwestlicher Richtung, das Meerwasser wird dadurch von Venedig weggedr├╝ckt, Touristen im Maskentrubel des Karnevals fotografieren besorgt die ausgetrockneten Kan├Ąle.

Wie tief das Wasser gesunken ist, l├Ąsst sich gut an den Anlegestellen der “Vaporetti”, den typischen Wasserbooten in Venedig, erkennen. Die Stege aus Holz ragen hoch aus dem Wasser, einige Motorboote verschwinden fast darunter.

Normalerweise ist Hochwasser ein Problem der Lagunenstadt. In der Nacht auf den 13. November 2019 wurde Venedig von einer katastrophalen Flutwelle heimgesucht. Das Wasser – angetrieben durch den Schirokko-Wind – stieg damals auf 1,87 Meter ├╝ber dem Meeresspiegel. Das war der h├Âchste Stand seit einer verheerenden ├ťberschwemmung im Jahr 1966, als 1,94 Meter erreicht wurden.

2021 wurde das Dammsystem MOSE aktiviert, um die Lagunenstadt vor einer Flut zu sch├╝tzen. Die Flutschutztore stehen an drei Einfahrten zum Hafen der Lagunenstadt und wurden in einem umstrittenen und milliardenschweren Bauprojekt im Meer errichtet.

(text:sda/bild:unsplash)