7 September 2023

Neues U-Haft-Regime als Test in Thun

Die Untersuchungshaft ist eine sehr restriktive Haftform. Umso wichtiger ist es aus Sicht der Kantone Bern und ZĂŒrich, dass die zustĂ€ndigen Stellen bereits in diesem Stadium auf eine möglichst erfolgreiche Wiedereingliederung von inhaftierten Personen hinwirken. In einem Modellversuch prĂŒfen die beiden Kantone konkrete Möglichkeiten. Das Bundesamt fĂŒr Justiz unterstĂŒtzt den Versuch.

In einem gemeinsamen Modellversuch erproben die beteiligten Spezialistinnen und Spezialisten, wie sich die Untersuchungshaft noch konsequenter auf die Vermeidung von HaftschÀden ausrichten lÀsst.

«Wir wollen inhaftierte Personen gezielt darin unterstĂŒtzen, ihre vorhandenen Ressourcen – etwa den Beruf, die Wohnung oder die Beziehungen – zu erhalten. So verbessern wir die Voraussetzungen fĂŒr die spĂ€tere Wiedereingliederung», sagt die ZĂŒrcher RegierungsrĂ€tin Jacqueline Fehr, Vorsteherin der Direktion der Justiz und des Innern. Gleichzeitig sollen Inhaftierte die Möglichkeit erhalten, mehr Eigenverantwortung zu ĂŒbernehmen, etwa um ihren Alltag selbststĂ€ndig zu strukturieren.

«In diesem Modellversuch schauen wir, was es braucht, damit möglichst viele persönliche FĂ€higkeiten erhalten bleiben, so dass diese nach der Entlassung oder spĂ€ter im Strafvollzug nicht neu aufgebaut werden mĂŒssen», sagt der Berner RegierungsprĂ€sident und Sicherheitsdirektor Philippe MĂŒller. Im Kanton Bern machen drei RegionalgefĂ€ngnisse mit, in Thun, Biel und Bern.

(test:pd/bild: hedi benyounes)