Neues Aus- und Weiterbildungszentrum für den Bevölkerungsschutz geplant
Hier Nachhören
(03:36)
Die Aus- und Weiterbildungszentren von Feuerwehr, Zivilschutz und Polizei im Kanton Bern sind in die Jahre gekommen. Sie erfüllen die notwendigen Anforderungen in wichtigen Bereichen nicht mehr, zum Beispiel bezüglich zeitgemässer Ausbildung und Umweltauflagen. Da die Anforderungen der drei Partner des Bevölkerungsschutzes an die Infrastrukturen weitgehend vergleichbar oder sogar identisch sind, wollen der Regierungsrat und die Gebäudeversicherung Bern (GVB), welche die Aufsicht über die Berner Feuerwehren und deren Ausbildung verantwortet, unter dem Projekttitel «Sirius3» ein gemeinsames Aus- und Weiterbildungszentrum realisieren. Der Regierungsrat hat eine entsprechende Strategie genehmigt und zuhanden des Grossen Rates verabschiedet, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung.
«Sowohl bei der Feuerwehr als auch beim Zivilschutz sollen im gemeinsamen Aus- und Weiterbildungszentrum nur diejenigen Lehrgänge durchgeführt werden, für die eine teure Spezialinfrastruktur notwendig ist. Die übrigen Aus- und Weiterbildungen sollen weiterhin dezentral in den Regionen beziehungsweise Gemeinden bleiben», hält Christoph Ammann fest, Vorsteher der Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion, die für den Bereich Feuerwehr und die GVB zuständig ist.
Im Rahmen einer strukturierten und datenbasierten Evaluation wurden mögliche Standorte im Kanton geprüft. Das Aus- und Weiterbildungszentrum soll eine Grundstückfläche von rund 45 000 Quadratmetern umfassen und zentral gelegen sein. Ebenso muss der Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel und das Strassennetz gewährleistet sein. Einerseits sind möglichst kurze und zumutbare Wege für die Milizorganisationen von Feuerwehr und Zivilschutz ein entscheidendes Kriterium. Andererseits stehen Polizistinnen und Polizisten an Ausbildungstagen im Bereitschaftsdienst und müssten rasch am Einsatzort eintreffen können. Eine eingezonte Parzelle auf dem Südteil der ehemaligen Papierfabrik in der Gemeinde Utzenstorf schnitt bei der Standortevaluation am besten ab. Mit dem Grundeigentümer, dem Migros-Genossenschafts-Bund, wurde eine Reservationsvereinbarung abgeschlossen. Das Vorhaben wird vom Gemeinderat Utzenstorf unterstützt.
Die künftige Aus- und Weiterbildungsinfrastruktur für Feuerwehr, Zivilschutz und Polizei wird im Miteigentum von Kanton und der GVB stehen. Für den Bau wird mit Gesamtkosten von rund 160 Millionen Franken gerechnet. Die Kosten des Kantons für die Bereiche Zivilschutz und Kantonspolizei belaufen sich auf rund 100 Millionen Franken. Die restlichen Kosten trägt die GVB für den Bereich der Feuerwehr. Planung und Projektierung werden von der GVB in enger Zusammenarbeit mit den kantonalen Stellen geleitet und von ihr vorfinanziert. Sollte sich der Kanton im weiteren Projektverlauf ganz oder teilweise aus dem Projekt zurückziehen, soll er die bereits angefallenen Planungskosten anteilsmässig mittragen. Ein entsprechendes Kreditgeschäft für eine mögliche Ausfallentschädigung von maximal fünf Millionen Franken wird dem Grossen Rat zeitgleich mit der Strategie in der Herbstsession 2026 vorgelegt.
Die Unterstützung des Vorhabens durch den Grossen Rat ist Voraussetzung für die Projektierung. Das gemeinsame Aus- und Weiterbildungszentrum für Feuerwehr, Zivilschutz und Kantonspolizei wird frühestens Anfang der 2030er-Jahre realisiert.
(text:pd,jae/bild:pixabay)