15 Oktober 2022

Neuer Finanzminister rÀumt Fehler von Truss-Regierung ein

Nach der Entlassung seines VorgĂ€ngers Kwasi Kwarteng hat der neue britische Finanzminister Jeremy Hunt VersĂ€umnisse der Regierung in Steuerfragen eingerĂ€umt. “Es gab Fehler”, sagte Hunt am Samstagmorgen dem Sender Sky News in seinem ersten Interview, seit er am Vortag von Premierministerin Liz Truss zum Nachfolger von Kwarteng ernannt worden war. Dabei verwies er unter anderem auf die mittlerweile wieder abgeblasene Streichung des Spitzensteuersatzes. Was das Land nun brauche und der Markt wolle, sei StabilitĂ€t.

Es sei eine grosse Ehre, Finanzminister zu sein, betonte Hunt, der frĂŒher bereits britischer Aussen- und Gesundheitsminister gewesen ist. “Aber ich möchte ehrlich mit den Leuten sein: Wir haben einige sehr schwierige Entscheidungen vor uns.” Er wolle zeigen, dass man die Steuer- und AusgabenplĂ€ne bezahlen könne. Dabei deutete er an, dass es auch einige Steueranhebungen geben könnte. Zugleich unterstĂŒtzte er die Grundausrichtung von Truss’ Wirtschaftspolitik.

Truss hatte Hunt am Freitag zum neuen Finanzminister ernannt, nachdem sie Kwarteng kurz zuvor gefeuert hatte. Beobachter werten Kwartengs Entlassung als Versuch der Regierungschefin, ihre eigene politische Karriere zu retten. Sie steht nach nur wenigen Wochen im Amt fĂŒr ihre Wirtschaftspolitik bereits heftig in der Kritik. Sie und Kwarteng hatten massive Steuersenkungen ohne PlĂ€ne zur Gegenfinanzierung angekĂŒndigt. Es folgten heftige Marktturbulenzen. Truss kassierte in dem Zuge erst die Streichung des Spitzensteuersatzes. Am Freitag sagte sie zudem, die Unternehmensteuer solle nun – wie von der VorgĂ€ngerregierung vorgesehen – doch erhöht werden.

(text:sda/bild:sda)