17 Februar 2023

Neue Proteste in mehreren iranischen St├Ądten

Im Iran haben erneut zahlreiche Menschen gegen die poolitische und geistliche F├╝hrung demonstriert. Proteste gab es nach Berichten von Augenzeugen am Donnerstagabend unter anderem in der Hauptstadt Teheran, der Millionenstadt Maschhad im Nordosten sowie den Kurdengebieten. Aktivisten hatten nach der traditionellen Trauer von 40 Tagen um zwei hingerichtete Demonstranten zu neuen Protesten aufgerufen. Ausl├Âser der j├╝ngsten Protestwelle in der Islamischen Republik war der Tod einer iranischen Kurdin vor f├╝nf Monaten.

Augenzeugen berichteten ├╝ber heftige Proteste in den kurdischen St├Ądten Sanandadsch und Ghorweh, wo Demonstranten Barrikaden errichteten und M├╝lltonnen in Brand steckten. Sicherheitskr├Ąfte reagierten demnach mit Warnsch├╝ssen. Mehrere Jugendliche sollen in Polizeiautos gezerrt worden sein. In anderen Landesteilen zogen wieder viele Frauen durch die Strassen. Auch in Teheran waren Rufe wie “Tod dem Diktator” oder “Frau, Leben, Freiheit” zu h├Âren. Die Proteste beschr├Ąnkten sich jedoch auf einzelne Viertel der Hauptstadt. Im Zentrum blieb die Lage ruhig.

Die Proteste hatten Mitte September nach dem Tod der iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini begonnen. Die 22-J├Ąhrige starb in Polizeigewahrsam, nachdem sie wegen Verstosses gegen die Kopftuchpflicht von den Sittenw├Ąchtern festgenommen worden war. Die Proteste st├╝rzten die politische F├╝hrung in die schwerste Krise seit Jahrzehnten.

In den vergangenen Wochen hatten die Demonstrationen nach der Hinrichtung von vier Demonstranten zun├Ąchst abgenommen. Ihren Protest dr├╝cken viele Frauen inzwischen aus, indem sie die Pflicht zum Tragen eines Kopftuchs ignorieren. Pr├Ąsident Ebrahim Raisi hatte die Proteste j├╝ngst f├╝r beendet erkl├Ąrt.

(text:sda/bild:unsplash)