15 April 2023

Neue Proteste gegen Rentenreform: Über 100 Festnahmen in Paris

Bei erneuten Protesten gegen die vom französischen Verfassungsrat gebilligte Rentenreform der Regierung ist es erneut zu Ausschreitungen gekommen. Allein in der Hauptstadt Paris seien am Freitagabend 112 Demonstranten festgenommen und 30 MĂŒlltonnen angezĂŒndet worden, berichtete der Fernsehsender „BFMTV“ unter Verweis auf den PolizeiprĂ€fekten. In etlichen anderen StĂ€dten wie Strassburg, Lyon und Nantes kam es ebenfalls zu Protestaktionen, in Rennes wurde dabei die TĂŒr einer Polizeistation in Brand gesteckt. Bereits tagsĂŒber hatte es Kundgebungen sowie Strassenblockaden gegeben.

Die obersten HĂŒter der französischen Verfassung hatten das Reformvorhaben von PrĂ€sident Emmanuel Macron zur schrittweisen Anhebung des Renteneintrittsalters von 62 auf 64 Jahre am Freitagabend im Kern als verfassungskonform bewertet. Ein Referendum, auf das Gegner der Reform ihre Hoffnung gesetzt hatten, erklĂ€rte der Verfassungsrat fĂŒr unzulĂ€ssig.

In den vergangenen Monaten waren mehrfach Hunderttausende Menschen gegen die PlĂ€ne auf die Strasse gegangen. FĂŒr den Samstag werden weitere Proteste erwartet. Die Gewerkschaften riefen fĂŒr den 1. Mai zu neuen ProtestmĂ€rschen auf.

(text:sda/bild:unsplash)