12 Januar 2024

Neue Notunterkunft f√ľr Asylsuchende im Kanton Genf

In Thonex im Kanton Genf wird in unterirdischen Zivilschutzr√§umen ab n√§chster Woche eine Notunterkunft f√ľr Asylsuchende eingerichtet. Das Zentrum wird vom Staatssekretariat f√ľr Migration (SEM) verwaltet. Es hat eine Kapazit√§t von bis zu 100 Personen.

Im vergangenen Jahr hatte das Bundesparlament den Bau von „Containerd√∂rfern“ zur Bew√§ltigung des Zustroms von Asylsuchenden abgelehnt und das SEM aufgefordert, insbesondere mit den Kantonen nach L√∂sungen zu suchen, die auf bestehenden Strukturen, insbesondere Zivilschutzunterk√ľnften, aufbauen, sagte SEM-Sprecherin Anne C√©sard am Freitag.

Der Kanton Genf schlug das unterirdische Zivilschutzraum Pont-Bochet in Th√īnex vor, einer Gemeinde mit rund 16’000 Einwohnerinnen und Einwohner. Grunds√§tzlich soll die Unterkunft nur alleinstehende erwachsene M√§nner aufnehmen und nur im Bedarfsfall genutzt werden, wenn die regul√§ren f√∂deralen Strukturen nicht mehr ausreichen. Es werden keine Familien oder Minderj√§hrige untergebracht.

Die Notunterkunft in Th√īnex ist nicht f√ľr l√§ngere Aufenthalte vorgesehen. Die Asylsuchenden werden im Durchschnitt drei bis vier Wochen dort verbringen, bis die n√§chsten Schritte ihres Verfahrens in Boudry NE eingeleitet werden. In einem zweiten Schritt werden die Asylsuchenden auf die Kantone verteilt.

Die Personen in der Notunterkunft werden sich tags√ľber frei bewegen k√∂nnen, wie dies auch in allen anderen Bundesasylzentren der Fall ist. Ihnen werden drei Mahlzeiten pro Tag angeboten und sie k√∂nnen an Aktivit√§ten wie Wandern, Gesellschaftsspielen, Schwimmbadbesuchen und verschiedenen Sportarten teilnehmen. Auch Franz√∂sischunterricht wird erteilt.

Unterirdische Aufnahmepl√§tze seien nicht ideal, dessen sei sich das SEM bewusst, sagte C√©sard weiter. Das Wichtigste sei jedoch, allen Asylsuchenden ein Dach √ľber dem Kopf und ein Bett bieten zu k√∂nnen, betonte die Sprecherin.

Im vergangenen Jahr hatte die Schweiz rund 30’000 Asylgesuche und 25’000 „Status S“, haupts√§chlich Ukrainer, bearbeitet. Das SEM rechnet f√ľr 2024 mit √§hnlichen Zahlen. Alles wird jedoch von der weltweiten geopolitischen Lage abh√§ngen.

(text:sda/bild:unsplash-symbolbild)