Neue Mitte-Stadträtin bleibt bei der FDP
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(03:25)
Die drei Thuner Stadträt*innen der Mitte politisieren künftig in zwei verschiedenen Fraktionen. Nachdem die Mitte-Partei letzte Woche die gemeinsame Fraktion mit der FDP verlassen und zur GLP/EVP/EDU-Fraktion gewechselt hat, rückt nun eine neue Mitte-Stadträtin nach, die weiterhin mit der FDP zusammenarbeiten will.
Noch während der Sitzung, in der der Fraktionswechsel der Mitte im Thuner Stadtrat bekannt wurde, trat Stadtrat Alois Studerus zurück. Für ihn rückt Astrick Reist nach. Sie hat sich entschieden, weiterhin mit der FDP zusammenzuarbeiten, und stellt sich damit gegen den Kurs ihrer Parteikolleg*innen. Mit ihrer Entscheidung wolle sie ein Zeichen für Zusammenarbeit setzen. Zudem entspreche die FDP-Fraktion eher ihren politischen Werten und ihrer bürgerlichen Haltung.
Die Mitte Thun ringt derzeit nach Lösungen. Morgen findet ein Gespräch mit allen Beteiligten statt, danach wird die Partei wieder informieren. Auch die Kantonalpartei versucht zu vermitteln. Die Mitte-Partei entstand aus der BDP, die sich von der SVP abspaltete und der CVP. Sind die politischen Strömungen hier zu unterschiedlich, um gemeinsam in einer Partei zu politisieren? Nein, findet André Roggli, Co-Präsident der Kantonalpartei Mitte Bern. Gerade die verschiedenen Hintergründe aus der früheren BDP und CVP sehe er als Stärke der Partei. Erst durch Diskussionen finde man gemeinsame Lösungen, darin sei die Mitte stark.
Wie es im Fraktionsstreit der Mitte im Thuner Stadtrat weitergeht, dürfte sich nach weiteren Gesprächen in den nächsten Tagen zeigen. Die Unruhe kommt für die Partei allerdings im Wahljahr zu einem ungünstigen Zeitpunkt.
(text:pmu/bild:unsplash)