Neue Lösung für geplante Asylunterkunft in Kandersteg
Der Gemeinderatspräsident und Grossrat René Maeder hat sich mit Regierungsrat Pierre Alain Schnegg zu einem Austausch über die geplante Kollektivunterkunft für Asylsuchende getroffen. In einem konstruktiven Gespräch sicherte die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) zu, dass sie ein allfälliges bewilligungsfähiges Wohnbauprojekt der Gemeinde beziehungsweise der Grundeigentümerschaft nicht verhindern werde.
In der Zwischenzeit hat sich der Gemeinderat gemeinsam mit der Grundeigentümerschaft und der Interessengemeinschaft Asylzentrum Kandersteg getroffen. Nun werden die Möglichkeiten zur Realisierung eines Wohnbauprojekts vertieft geprüft.
Sollte sich ein solches Projekt als nicht realisierbar erweisen, ist der Kanton bereit, als Plan B ein Ausbildungszentrum für Asylsuchende und Flüchtlinge in Kandersteg aufzubauen. Dieses soll sich deutlich von einer herkömmlichen Kollektivunterkunft unterscheiden. Der schrittweise Aufbau würde über mehrere Monate erfolgen und folgende Eckwerte umfassen:
- Klassengrössen von 15 bis 35 Personen
- Mehrere Aufnahmetermine pro Jahr (quartalsweise)
- Maximale Belegung von 120 Personen, wobei diese Zahl nach den Erfahrungen des Kantons kaum erreicht wird. Nach rund einem Jahr wird mit einer durchschnittlichen Belegung von etwa 80 Personen gerechnet.
Das Ausbildungszentrum soll sich auf die Bereiche Hotellerie, Gastronomie und Tourismus konzentrieren und gemeinsam mit der Gemeinde sowie der regionalen Wirtschaft entwickelt werden. Es verbindet Sprachförderung mit einer praktischen Ausbildung und Arbeitseinsätzen in Partnerbetrieben. Ziel ist es, den Teilnehmenden anschliessend den Einstieg in einen regionalen Betrieb zu ermöglichen. Damit leistet das Zentrum einen Beitrag zur nachhaltigen Integration und hilft gleichzeitig, dem Fachkräftemangel in der Region entgegenzuwirken.
Die Auszubildenden verfügen über eine geregelte Tagesstruktur mit Unterricht, praktischer Ausbildung und Betreuung vor Ort. Das Betriebskonzept entspricht einem Internatsmodell und orientiert sich an den positiven Erfahrungen des Ausbildungszentrums in Bellelay.
Der Gemeinderat begrüsst die konstruktive Haltung des Kantons und dankt insbesondere Regierungsrat Pierre Alain Schnegg sowie den Mitarbeitenden der GSI für die Bereitschaft, gemeinsam mit der Gemeinde nach einer für Kandersteg möglichst tragfähigen und zukunftsorientierten Lösung zu suchen.
(text:pd/bild:pg)