28 Juli 2026

Neue Hitzewelle im Anflug – in Thun und Interlaken werden bis zu 35 Grad erwartet

Der Bund hat für die dritte Hitzewelle in diesem Sommer teils die höchste Gefahrenstufe herausgegeben. Diese gilt ab Mittwoch für mindestens eine Woche in den Niederungen der gesamten Schweiz. Daneben macht die extreme Trockenheit Sorgen – die Waldbrandgefahr steigt.

Der heisseste Tag werde am Donnerstag erwartet, hiess es beim Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (Meteoschweiz) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Hitzewarnung gelte für Niederungen unter 800 Metern. Am höchsten klettere das Thermometer in der Nordwestschweiz und im Genferseegebiet mit Prognosen von 35 bis 39 Grad. Südlich der Alpen sei mit Höchsttemperaturen von 33 bis 36 Grad zu rechnen.

Momentan sehe es aber nicht danach aus, dass die Spitzenwerte von Ende Juni geknackt würden. Eine dritte Hitzewelle sei zwar nichts Spezielles in einem Sommer, doch es komme nicht jedes Jahr vor, dass für gewisse Regionen mehrmals Hitzewarnungen der Stufe vier herausgegeben würden, hiess es weiter.

Die Nationale Alarmzentrale (NAZ) warnte am Dienstag vor einer Hitzegefahr in der ganzen Schweiz. Eine Stufe-4-Warnung wird herausgegeben, wenn die mittlere Tagestemperatur an mindestens drei Tagen grösser oder gleich 27 Grad beträgt.

Die Bevölkerung solle an kühlen Orten bleiben und sich vor direkter Sonne schützen, etwa im Schatten oder mit einer Kopfbedeckung. Zudem sei es wichtig, mindestens 1,5 Liter pro Tag zu trinken, am besten ungesüsste und alkoholfreie Getränke. Körperliche Anstrengung sei, wenn möglich, zu meiden.

Am Freitag und Samstag wird laut Meteoschweiz zudem eine vorübergehend erhöhte Gewitteraktivität erwartet, vor allem in den Voralpen und in den Alpen. Lokal seien Sturmböen, Hagel und starke Niederschläge möglich. Entlang der Voralpen und des Juras sei das Risiko dafür am höchsten, aber auch das Flachland kann laut Meteoschweiz betroffen sein.

Dies könnte regional zu einer kurzzeitigen Abschwächung der Hitzewelle führen. Das Ende der Hitzewelle sei allerdings noch ungewiss, insbesondere auf der Alpennordseite, hiess es weiter.

Die Waldbrandgefahr der Stufe 4 betrifft fast alle Regionen der Schweiz. Sowohl die inneralpinen Täler im Wallis, in Graubünden und im Berner Oberland als auch das Schweizer Mittelland, die Voralpen und der Jurabogen sind waldbrandgefährdet.

Eine sehr grosse Gefahr von Waldbränden, also Stufe 5, gilt vom Val Müstair GR über Glarus bis nach Genf oder Basel-Stadt. Der Warndienst des Bundes Alertswiss ruft dazu auf, den Verhaltensempfehlungen der Behörden nachzukommen.

Aufgrund der lang anhaltenden Hitze und der erheblichen Niederschlagsdefizite in den vergangenen Monaten herrscht in grossen Teilen der Schweiz weiter auch eine angespannte Trockenheitssituation. Auch hiervon geht laut dem Naturgefahrenportal des Bundes eine grosse Gefahr aus. Zuletzt hatten deswegen immer mehr Gemeinden die Wassernutzung eingeschränkt.

Besonders die Landwirtschaft leidet unter der Trockenheit. So wachse kein Gras mehr, die Ernte falle kleiner aus und Tierfutter fehle, beklagte etwa der Solothurner Bauernverband.

Grundsätzlich verfüge die Schweiz weiterhin über grosse Wasserressourcen, hielt das Bundesamt für Umwelt (Bafu) wiederum auf Anfrage von Keystone-SDA fest. Allerdings könnten Trockenperioden regional und zeitlich begrenzt zu Wasserknappheit führen.

Ob und ab wann es zu konkreten Problemen bei der Trinkwasserversorgung kommt, lasse sich nicht schweizweit beantworten, so das Bafu. Der Grund: Die Wasserhoheit liege bei den Kantonen; die Wasserversorgung sei kommunal beziehungsweise kantonal organisiert und hänge stark von den lokalen Wasserressourcen, der Infrastruktur sowie der Vernetzung der Versorgungssysteme ab.

Das Kompetenzzentrum des Bundes für Agrarforschung, Agroscope, warnte derweil, die Lage könne bei anhaltender Trockenheit bis im August kritischer werden als noch in den Jahren 2003 oder 2018.

(text:sda/bild:pg)