23 Mai 2022

Neue Erkenntnisse zu spätantikem Gebäude in Kallnach

Forschende der Universität Bern und des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern (ADB) nahmen Fundstücke, die 1988/89 in einer Rettungsgrabung in Kallnach geborgen worden waren, erneut unter die Lupe. Sie stammen aus einer Epoche am Ende der Antike, die hier weder durch Schriftquellen noch durch andere Funde gut bekannt ist. Die Ergebnisse der Zusammenarbeit zwischen Universität und ADB liegen nun in Buchform vor und werden am 30. Mai 2022 präsentiert.

Die Rettungsgrabung des Archäologischen Dienstes am Bergweg in Kallnach brachten wenig überraschend 1988/89 Reste eines weiteren Gebäudes zutag. Besonders war jedoch, dass das Gebäude erst am Ende des 3. Jahrhunderts errichtet und bis ins frühe 5. Jahrhundert benutzt worden war, also bis ganz ans Ende der römischen Epoche. Überreste ziviler ländlicher Siedlungen aus dieser Zeit sind trotz jahrzehntelanger Forschungen bisher selten geblieben. Vielerorts wurden diese Siedlungen im 3. Jahrhundert verlassen, und es kam zur Wiederbewaldung der Acker und Weiden.

Das neue Buch zur Fundstelle Kallnach, Bergweg, zeigt, wie viel Potenzial eine enge Zusammenarbeit in der Archäologie birgt. Auf die Nutzung dieses Potenzials zielt auch die 2019 abgeschlossene Forschungsvereinbarung zwischen dem Archäologischen Dienst und dem Institut für Archäologische Wissenschaften, Abteilung Archäologie der Römischen Provinzen. Sie intensiviert die Kooperation der Institutionen: Während die Universität in erster Linie spezialisierte Forschung ermöglicht, bietet der Archäologische Dienst den Rahmen und mit seinen Felduntersuchungen die Grundlagen für eine praxisorientierte Lehre. Die Funde von Kallnach waren eine ideale Gelegenheit für Studierende, ihr Fachwissen zu erweitern und sich für das spätere Berufsfeld zu vernetzen.

(text:pd,ch/bild:kanton-bern)