13 April 2022

Neue Bestimmungen fĂŒr nachhaltigere Landwirtschaft ab 2023

Ab Anfang 2023 gelten neue Bestimmungen, die die Landwirtschaft nachhaltiger machen sollen. Eine Vorgabe setzt der Bundesrat mit RĂŒcksicht auf den Krieg in der Ukraine allerdings spĂ€ter um als geplant. Mit dem Verordnungspaket wird ab 2023 der erste Teil der Vorlage zur Reduktion der Risiken durch Pestizide umgesetzt, die das Parlament 2021 beschloss. Sie enthĂ€lt Anpassungen im Chemikaliengesetz, im Landwirtschaftsgesetz und im GewĂ€sserschutzgesetz – die Anpassungen im Landwirtschaftsgesetz sollen nun als erstes umgesetzt werden. Ab 1. Januar 2023 dĂŒrfen gemĂ€ss dem Entscheid des Bundesrates vom Mittwoch keine Pflanzenschutzmittel mit hohem potenziellem Risiko mehr verwendet werden. Ausnahmen sind möglich, wenn keine risikoĂ€rmere Alternative verfĂŒgbar ist. Das schrieb das zustĂ€ndige Departement fĂŒr Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF). Auch mĂŒssen die Bauern mit grösseren AbstĂ€nden dafĂŒr sorgen, dass von Landparzellen aus weniger Pestizide ins Wasser gelangen. Via Direktzahlungen sollen schliesslich auch finanzielle Anreize entstehen, damit Bauern auf Äckern und in Spezialkulturen weniger Pflanzenschutzmittel einsetzen.

Zwei weitere Teile der Vorlage will der Bundesrat erst im Jahr 2024 umsetzen. Die NĂ€hrstoffverluste von Bauernbetrieben mĂŒssen gemĂ€ss dem Entscheid des Bundesrates ab 2024 und bis 2030 um mindestens 20 Prozent zurĂŒckgehen. Im Gesetz ist kein Absenkpfad definiert. Neu mĂŒssen ab 2024 auf mindestens 3,5 Prozent der AckerflĂ€che spezifische BiodiversitĂ€tsförderflĂ€chen angelegt werden. Der Bundesrat setzte diese Massnahmen mit RĂŒcksicht auf den Krieg in der Ukraine ein Jahr spĂ€ter in Kraft als zunĂ€chst geplant.

(text:sda/bild:beo)