23 September 2023

Netanjahu: Wir haben einige Monate fĂŒr Abkommen mit Saudi-Arabien

Der israelische MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu sieht bei den BemĂŒhungen um ein Abkommen mit Saudi-Arabien unter US-Vermittlung ein Gelegenheitsfenster von einigen Monaten. „Wenn wir es nicht in den nĂ€chsten Monaten erzielen, könnten wir es um einige Jahre verzögern“, sagte Netanjahu am Freitagabend (Ortszeit) dem US-Sender Fox News. Der israelische Regierungschef Ă€usserte sich optimistisch ĂŒber die Möglichkeit einer Einigung mit Riad. „Ich denke, wir nĂ€hern uns dem Frieden jeden Tag weiter an.“ Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman hatte sich bei Fox News zuvor Ă€hnlich geĂ€ussert.

Nach Medienberichten wĂŒrde Saudi-Arabien im Rahmen einer Vereinbarung Israel anerkennen und im Gegenzug US-Sicherheitsgarantien und Hilfe beim Aufbau eines zivilen Atomprogramms bekommen. Israel mĂŒsste dafĂŒr umfassende ZugestĂ€ndnisse an die PalĂ€stinenser machen.

Die PalĂ€stinenser sollten Teil des Prozesses sein, aber kein Vetorecht darĂŒber haben, sagte Netanjahu dazu. Er wollte sich nicht zu Details möglicher Konzessionen an die PalĂ€stinenser Ă€ussern. Er warf der palĂ€stinensischen FĂŒhrung vor, seit der Unterzeichnung der FriedensvertrĂ€ge mit Israel 1993 nicht wirklich eine friedliche Lösung angestrebt zu haben. „Sie wollen keinen Staat neben Israel, sie wollen einen Staat anstelle von Israel“, sagte Netanjahu.

US-PrĂ€sident Joe Biden habe ihm im GesprĂ€ch gesagt, er wolle die politische Option von zwei Staaten in Nahost offenhalten. Auf die Frage, wie er mögliche Konzessionen innerhalb seiner rechts-religiösen Regierung durchsetzen will, sagte er: „Ich werde tun, was notwendig ist, um Frieden voranzutreiben, was langfristig auch Israels Sicherheitsinteressen dient.“ Die Koalition sei nicht das Thema. „Das Thema ist, was ich glaube, was die wichtigen Fragen fĂŒr Israels Zukunft sind.“ Er sei ĂŒberzeugt, „dass wenn wir ein historisches Abkommen haben, das den Nahen Osten verĂ€ndert – ich denke ĂŒbrigens, dass es die Welt verĂ€ndert – dann denke ich, dass alle mit an Bord sein werden“.

Ein Abkommen Israels mit Saudi-Arabien werde auch „das VerhĂ€ltnis zwischen Judentum und Islam verĂ€ndern“ und Auswirkungen auf Muslime weltweit haben, sagte Netanjahu. Ein AnnĂ€herungsabkommen zwischen Israel und Saudi-Arabien könnte einen geografischen Korridor zwischen Asien und Europa schaffen und wĂŒrde eine „erstaunliche Wandlung“ bedeuten, sagte Netanjahu. Den saudischen Kronprinzen beschrieb er als „ziemlichen VisionĂ€r“.

Offiziell hat Riad keine Beziehungen zu Israel, verdeckt arbeiten beide LĂ€nder aber in Sicherheitsfragen schon lĂ€nger zusammen. Die USA sind Schutzmacht Israels und auch fĂŒr Saudi-Arabien ein wichtiger VerbĂŒndeter.

(text:sda/bild:pixabay)