14 April 2021

Nestlé setzt mit Klima-Aktionsplan ein Zeichen

Der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern NestlĂ© plant, bis 2050 unter dem Strich keine Klimagase mehr auszustossen. Der Konzern setze sich dieses Ziel nicht aus GrĂŒnden der politischen Korrektheit, sondern weil der Klimaschutz langfristig gut fĂŒr den Konzern sei.

Das Ziel, keine Klimagase bis 2050 mehr auszustossen, erfolge entlang der gesamten Wertschöpfungskette, was auch die Bauern als Zulieferer von Milch, Kakao oder Kaffee einschliesse, sagte Paul Bulcke, VerwaltungsratsprĂ€sident des NestlĂ©-Konzerns , in einem Interview mit der „Neuen ZĂŒrcher Zeitung“ (Mittwoch-Ausgab).

In einem ersten Schritt investiere NestlĂ© bis 2025 insgesamt 3,2 Milliarden Franken in den Klimaschutz. An der kommenden Generalversammlung vom 15. April werden die AktionĂ€rinnen und AktionĂ€re ĂŒber den Klima-Aktionsplan abstimmen können.

Der Nahrungsmittelkonzern habe ein Jahr lang am Klima-Aktionsplan gearbeitet, mit dem der sein Klimaziel von netto null erreichen wolle. Der Plan sei gut ausbalanciert. Das Versprechen laute, dass der Klimaschutzplan ĂŒber die Zeit nicht auf Kosten des Gewinns gehe.

Der Plan sei als Investition zu betrachten. „Wir können sowohl unserer Ertragskraft stĂ€rken als auch zum Klimaschutz beitragen“, sagte Bulcke, der seit ĂŒber 40 Jahren in verschiedenen Funktionen fĂŒr NestlĂ© tĂ€tig ist. Viele AktionĂ€re dĂŒrften dies anerkennen.

Es gebe keinen Widerspruch zwischen wirtschaftlichen und sozialen Zielen. Wenn ein Unternehmen guten Prinzipien nachlebe und gute Produkte anbiete, welche die LebensqualitĂ€t heute und kĂŒnftig verbesserten, handle es per se sozial verantwortlich.

Der Klimaschutzplan soll auch dazu beitragen, Vertrauen der Gesellschaft zurĂŒckzugewinnen. Die Abstimmung ĂŒber die Konzernverantwortungs-Initiative habe gezeigt, dass die Konzerne die Kommunikation ĂŒber ihr Tun verbessern mĂŒssten.

Die Volksinitiativen in der Schweiz seien fĂŒr NestlĂ© ein gutes FrĂŒhwarnsystem, um das Unbehagen in der Gesellschaft zu erkennen. Das sei ein grosser Vorteil. NestlĂ© nehme die Kritik ernst. An seinem Hauptsitz in Vevey hĂ€lt NestlĂ© unbeirrt fest.

(text:sda/bild:nestlé)