20 Mai 2022

Nationalratskommission will Doppelnamen bei Heirat wieder zulassen

Die Rechtskommission des Nationalrats (RK-N) will dem 2013 abgeschafften Doppelnamen bei einer Heirat zu einem Comeback verhelfen. Sie wird in den nĂ€chsten Wochen die Vernehmlassung zu einer entsprechenden GesetzesĂ€nderung eröffnen. Der Entscheid fĂŒr eine grössere FlexibilitĂ€t bei der Namenswahl fiel mit 23 zu 0 Stimmen bei 2 Enthaltungen, wie die Parlamentsdienste am Freitag mitteilten. Mit der Vorlage soll die parlamentarische Initiative von alt Nationalrat Luzi Stamm (SVP/AG) umgesetzt werden.

Das aktuelle Namensrecht gilt seit 2013. Damals wurden Doppelnamen wie Seiler Graf abgeschafft. Seither behĂ€lt jeder Ehegatte grundsĂ€tzlich seinen Namen. Das Ehepaar kann aber auch einen der Namen der Ehepartner als gemeinsamen Familiennamen wĂ€hlen. Kinder erhalten entweder den gemeinsamen Familiennamen oder – falls die Eltern verschiedene Namen tragen – einen der Ledignamen. Die Parlamentskommissionen wollen die Möglichkeit von Doppelnamen als amtliche Namen wiedereinfĂŒhren.

Dabei stehen zwei Optionen im Vordergrund. Entweder soll ein Doppelname durch Voranstellen des bisherigen Namens der oder des Verlobten gebildet werden können, deren oder dessen Ledignamen bei der Eheschliessung nicht zum gemeinsamen Familiennamen wird. Damit wĂŒrde man zum Konzept vor dem 1. Januar 2013 zurĂŒckkehren. Die zweite Option geht weiter: So soll es in Zukunft beiden Ehegatten möglich sein, einen Doppelnahmen zu fĂŒhren – unabhĂ€ngig davon, ob sie einen gemeinsamen Familiennamen bilden oder ihren bisherigen Namen behalten. Dieser Doppelname könnte wahlweise mit oder ohne Bindestrich festgelegt werden. Der bislang nicht als amtlicher Name anerkannte Allianzname wĂŒrde damit gleichzeitig gesetzlich geregelt. Der Allianzname kann heute nur im Alltag verwendet werden.

Die zweite Lösung geht davon aus, dass Verlobte, bei denen die Beibehaltung der bisherigen IdentitĂ€t im Vordergrund steht, ihren bisherigen Namen behalten und diesem jenen der beziehungsweise des anderen anfĂŒgen können. Wenn die Verlobten sich fĂŒr einen Familiennamen entscheiden, wird der Familienname hingegen stets an erster Stelle des Doppelnamens gefĂŒhrt und beide Ehegatten tragen – sofern sich beide fĂŒr einen Doppelnamen entscheiden – einen identischen Doppelnamen. Auf die NamensfĂŒhrung der Kinder hat die vorgeschlagene Revision keine Auswirkungen. Insbesondere ist nicht vorgesehen, fĂŒr die Kinder die Möglichkeit der FĂŒhrung eines Doppelnamens einzufĂŒhren.

(text:sda/bild:beo)