7 Mai 2026

Nationalrat will Krankenkassen das Sponsoring von grossen Clubs verbieten

Schweizer Krankenkassen sollen keine grossen Sportclubs mehr finanziell unterstützen dürfen. Der Nationalrat hat eine Motion angenommen, die das Sponsoring durch Kassen auf kleine und lokale Initiativen beschränken will. Davon wäre auch der FC Thun mit seinem Hauptsponsor Visana betroffen.

Mit 117 zu 71 Stimmen und mit 4 Enthaltungen stimmte der Nationalrat am Mittwoch der Motion von Lorenzo Quadri (Lega(/TI) zu, die eine Anpassung des Krankenversicherungsgesetzes verlangt. Kassen sollen demnach nur noch bewegungsfördernde Aktivitäten finanziell unterstützen dürfen. Nun hat sich der Ständerat dazu zu äussern.

Dass Krankenkassen, die die Grundversicherung anböten, grosse Sportvereine sponserten, während die Prämien stiegen, stosse zunehmend auf Ablehnung, begründete Quadri die Motion. Es werde nicht verstanden, warum ihr Prämiengeld für Sportclubs mit Millionenbudgets verwendet werde.

Der Bundesrat lehnt den Vorstoss ab. Sponsorengelder fielen bei den Kassen unter die Verwaltungskosten. Wie viel die Kassen für diese Form der Werbung ausgeben wollten, könnten sie selber festlegen. Der Gesetzgeber habe einen regulierten Wettbewerb der Kassen gewünscht. Ausserdem stellten sich Umsetzungsfragen.

Sollte die Motion durchkommen wären im Kanton Bern neben dem FC Thun auch die Berner Young Boys, der SC Bern, die SCL Tigers oder der EHC Biel von diesem Entscheid betroffen.

(text:sda,jkä/bild:zvg fc thun, levin anneler)