19 MĂ€rz 2024

Putin ruft Geheimdienst zur Jagd auf „VerrĂ€ter“ auf

Nach seiner Wiederwahl hat der russische PrĂ€sident Wladimir Putin in einer Rede vor dem Inlandsgeheimdienst FSB in Moskau zur Jagd auf „VerrĂ€ter“ aufgerufen.

Sie mĂŒssten alle namentlich ermittelt und bestraft werden, sagte Putin am Dienstag in auffĂ€llig zornigem Ton. „Wir werden sie ohne VerjĂ€hrung bestrafen, wo immer sie sich aufhalten.“ Russland vergesse diese VerrĂ€ter, die Verbrechen gegen das Land begangen hĂ€tten, nie. Immer wieder gibt es TodesfĂ€lle auch im Ausland, bei denen Russen ermordet werden oder unter nicht komplett geklĂ€rten UmstĂ€nden ums Leben kommen.

Putin bezog seine Äusserungen konkret auch auf die Angriffe von ukrainischer Seite in der russischen Grenzregion Belgorod, wo zuletzt erneut Zivilisten getötet wurden. Besonders in den Tagen der PrĂ€sidentenwahl von Freitag bis Sonntag hatte es dort massiven Beschuss gegeben. Putin hatte von Terror gesprochen, der das Ziel habe, die Abstimmung zu stören. Nach seinen Angaben agieren in den „Sabotage- und Terrorgruppierungen“ neben regulĂ€ren Soldaten der ukrainischen StreitkrĂ€fte auch Söldner und anderes „Gesindel“. Mit Letzteren dĂŒrfte Putin auch russische BĂŒrger meinen, die sich etwa in Moskaus Krieg gegen die Ukraine freiwillig in Gefangenschaft begeben und dann die Seite wechseln.

Zudem wies der 71-JĂ€hrige den FSB an, gemeinsam mit anderen Geheimdiensten die Anti-Terror-Arbeit zu intensivieren. „Wir haben es mit einem starken, gefĂ€hrlichen Gegner zu tun, der in seinem Arsenal ĂŒber breite Informations-, Technik- und Finanzmöglichkeiten verfĂŒgt.“ Dabei erinnerte Putin auch an die Sprengung der durch die Ostsee von Russland nach Deutschland verlegten Gasleitungen Nord Stream 1 und 2.

Der Kremlchef ging ausserdem auf den Terroralarm der US-Botschaft und anderer westlicher diplomatischer Vertretungen ein, die BĂŒrger unlĂ€ngst vor AnschlĂ€gen in Moskau gewarnt hatten. Putin sprach von einer gezielten Provokation westlicher Stellen mit der „Absicht, die Gesellschaft einzuschĂŒchtern und zu destabilisieren“.

Die Abwehrmöglichkeiten an den russischen Grenzen mĂŒssten verstĂ€rkt werden, etwa durch eine höhere EffektivitĂ€t mobiler Einheiten, sagte Putin. Gemeint seien nicht nur die Land-, sondern auch die Seewege, darunter im Schwarzen Meer. Der FSB ist in Russland auch fĂŒr den Grenzschutz zustĂ€ndig.

(text:sda/bild:pixabay)