19 März 2026

Nach tragischem Gondelbahnunfall – Wie ist die Ausgangslage im Berner Oberland?

Der tragische Gondelbahnunfall in Engelberg bewegt und wirft die Frage auf, wie so etwas in der Schweiz passieren kann.

Im Fokus stehen unter anderem die Klemmen des Herstellers Doppelmayr Garaventa, die laut Seilbahndatenbank bei über 150 Anlagen in der Schweiz – unter anderem auch am Hasliberg – im Einsatz sind. Hanspeter Wenger, Geschäftsführer der Bergbahnen Meiringen-Hasliberg, erklärt dazu gegenüber Radio BeO, dass die Klemmen automatisch mit einem Sensor überwacht werden. Sollte eine Fehlfunktion auftreten, kann die Gondel gar nicht herausfahren, so Wenger. Dies ist so vom Bundesamt für Verkehr vorgeschrieben. Auch bei den Jungfraubahnen gibt es eine Bahn mit dem sogenannten Einseil-System und zwar die Firstbahn. Der Mechanismus und auch das Sicherheitssystem funktionieren ähnlich. Der Eigerexpress funktioniert dagegen mit einem 3S-System (Dreiseilumlaufbahn), wie Annette Fuhrer, Kommunikation Jungfraubahnen, Radio BeO erklärt. Dies hat den grossen Vorteil, dass die Gondeln weniger anfällig bei Wind sind, so Fuhrer.

Der Wind hat bei Gondelbahnen allgemein einen grossen Impact und wird genau analysiert. Bei den Jungfraubahnen gibt es verschiedene Warnsysteme und in der Regel zwei Personen, welche diese überwachen und bei Warnungen entscheiden, welche Massnahmen eingeleitet werde, so Fuhrer weiter. Am Hasliberg werde der Betrieb bei Windgeschwindigkeiten von 80 km/h eingestellt.

Problematisch sind insbesondere plötzliche Böen. In Bezug auf den Unfall in Engelberg spricht Hanspeter Wenger von den Bergbahnen Meiringen-Hasliberg von «grossem Pech» und äussert die Vermutung, dass eine Gondel durch eine starke Böe mit einem Mast kollidiert haben könnte.

Der genaue Unfallhergang wird derzeit noch untersucht.

(text:chl/symbolbild:unsplash)