5 August 2023

Nach Putsch im Niger: Französische Soldaten bleiben im Land

Frankreich will nach dem Putsch im Niger sein Militär in dem westafrikanischen Land lassen. Ein möglicher Abzug der Soldaten stünde nicht auf der Tagesordnung, sagte die französische Aussenministerin Catherine Colonna am Samstag dem Radiosender „France Info“.

Die neue Junta hatte nach dem Staatsstreich vergangener Woche die militärische Zusammenarbeit mit der einstigen Kolonialmacht aufgekündigt. Frankreich hat dort mehr als 1000 Soldaten stationiert, unter anderem zur Bekämpfung islamistischer Terrormilizen in der Sahelzone.

Die Lage für die französischen Streitkräfte sei ruhig, präzisierte Colonna. Staatsstreiche seien nicht mehr angemessen, es sei an der Zeit, ihnen ein Ende zu setzen, erklärte sie weiter. Im Niger hatten Offiziere der Präsidialgarde den demokratisch gewählten Präsidenten Mohamed Bazoum festgesetzt und für entmachtet erklärt. Zum neuen Machthaber hatte sich kurz danach der Kommandeur der Eliteeinheit, General Abdourahamane Tiani, ernannt.

Die Putschisten hätten noch etwas Zeit, die Macht zurückzugeben, betonte Colonna. Die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas hatte den neuen Machthabern am vergangenen Sonntag ein siebentägiges Ultimatum gestellt mit der Forderung Bazoum wieder einzusetzen und der Drohung einer militärischen Intervention nach Ablauf der Frist.

Man müsse die Drohung dieser Länder sehr ernst nehmen, es gäbe Vorbereitungen in dieser Richtung, sagte die französische Ministerin. Auf die Frage nach möglichen Hilfen aus Frankreich antwortete sie: So weit sei es noch nicht.

(text&bild:sda)