31 Oktober 2022

Nach Massenpanik in Seoul: Regierung k├╝ndigt Untersuchung an

Zwei Tage nach der Massenpanik mit mehr als 150 Toten in der s├╝dkoreanischen Hauptstadt Seoul hat die Regierung eine gr├╝ndliche Untersuchung zur Katastrophe angek├╝ndigt. Die Regierung wolle die Ursache des Unfalls herausfinden und die n├Âtigen Massnahmen ergreifen, damit sich solch eine Trag├Âdie nicht wiederhole, sagte Premierminister Han Duck Soo am Montag bei einer Sitzung im zentralen Hauptquartier f├╝r Katastrophenschutz und Sicherheitsmassnahmen. Zu diesem Zweck wolle die Regierung daf├╝r sorgen, betroffene Einrichtungen und Systeme zu verbessern. Details waren zun├Ąchst nicht bekannt.

Das Ungl├╝ck in der Millionenmetropole ereignete sich Samstagnacht (Ortszeit) in dem beliebten Ausgehviertel Itaewon, als dort Zehntausende dicht gedr├Ąngt zu Halloween-Feiern zusammenkamen. Im extremen Gedr├Ąnge in einer schmalen und absch├╝ssigen Seitengasse wurden zahlreiche Menschen laut Augenzeugen und Angaben der Rettungskr├Ąfte eingeklemmt. Viele st├╝rzten auf den Boden, erstickten, wurden zerquetscht oder totgetreten.

In einigen s├╝dkoreanischen Medien wurde am Montag kritisiert, dass die Beh├Ârden auf den Ansturm so grosser Massen und die m├Âglichen Folgen f├╝r die Sicherheit offensichtlich nicht vorbereitet gewesen seien. Innenminister Lee Sang Min hatte am Samstag gesagt, das Ungl├╝ck h├Ątte vermutlich auch dann nicht vermieden werden k├Ânnen, wenn noch mehr Polizisten und Feuerwehrleute in das Viertel geschickt worden w├Ąren.

Es kamen bei dem Massenungl├╝ck nach Angaben des Innenministeriums mindestens 154 vorwiegend junge Menschen in den Zwanzigern ums Leben. Bis auf einen Toten wurden demnach alle identifiziert. Nach aktualisierten Zahlen vom Montag wurden zudem 149 Personen verletzt, mehr als 30 von ihnen schwer. Unter den Todesopfern befanden sich 26 Ausl├Ąnder aus verschiedenen L├Ąndern.

Pr├Ąsident Yoon Suk Yeol hatte bereits kurz nach der Katastrophe Untersuchung angek├╝ndigt, die Katastrophe eingehend untersuchen zu lassen. Auch rief er eine mehrt├Ągige landesweite Trauerzeit aus. Am Montag besuchte er einen Gedenkaltar f├╝r die Ungl├╝cksopfer in der Innenstadt von Seoul.

Das Ungl├╝ck sandte Schockwellen durch das ganze Land. Es war die schlimmste Katastrophe in S├╝dkorea seit dem Untergang der F├Ąhre „Sewol“ 2014 vor der K├╝ste des Landes, als 304 Menschen starben.

(text:sda/bild:sda)