Nach erneutem Angriff: Kanton Bern gibt Wolf M 574 zum Abschuss frei
Nach einer weiteren Wolfsattacke im Berner Oberland greift der Kanton durch: Der Wolf mit der Kennung M 574 darf ab sofort geschossen werden. Das Tier hatte zuvor trotz Schutzmassnahmen mehrere Schafe gerissen und kaum noch Scheu gezeigt.
In der Nacht auf den 10. Juli kam es in der Region Oberhasli zu einem erneuten Wolfsangriff auf eine Schafherde. Das Ergebnis: Vier Schafe wurden getötet – und das, obwohl die Herde vorschriftsgemäss geschützt war. Das kantonale Jagdinspektorat geht davon aus, dass der männliche Wolf M 574 für die Attacke verantwortlich ist.
M 574 ist für die Behörden kein Unbekannter. Bereits im Mai hatte er in den Gemeinden Meiringen und Grindelwald fünf gut geschützte Nutztiere gerissen. Weil er zudem auffallend wenig Scheu vor Menschen zeigte, hatte der Kanton Bern bereits am 3. Juni eine bedingte Abschussbewilligung erlassen.
Diese war an eine klare gesetzliche Grenze des Bundes geknüpft: Erst wenn ein einzelner Wolf mindestens sechs geschützte Nutztiere tötet, darf er geschossen werden. Mit den vier toten Schafen aus der vergangenen Woche ist diese Schwelle nun überschritten. Die Abschussverfügung ist damit ab sofort aktiv.
(text:pd,tki/bild:symbol, pixabay)