15 Juli 2026

Nach Brandkatastrophe: 1700 Kontrollen und 15 Angeklagte im Wallis

Derzeit sind im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe von Crans-Montana im Kanton Wallis 15 Personen angeklagt. Auf der Liste stehen bis anhin keine Vertretenden des Kantons. Marie-Claude Noth-Ecoeur, Chefin der Dienstelle für zivile Sicherheit und Militär beim Walliser Staatsrat, vertraut der Justiz.

Sie sei weiterhin davon überzeugt, dass die Justiz ihre Arbeit unparteiisch und unter Berücksichtigung der Fakten erledigen werde. Die Aufgabe bleibe „unverändert wichtig: jeden Tag die Sicherheit der Walliser Bevölkerung mit Professionalität, Engagement und Menschlichkeit zu gewährleisten.“ Wenn man Verantwortung im Bereich Sicherheit und Rettungswesen trage, nehme man jedes Ereignis mit grossem Engagement und Ernsthaftigkeit wahr, sagte Noth-Ecoeur weiter.

Seit Anfang Januar fanden laut Noth-Ecoeur im Wallis regelmässige Kontrollen öffentlicher Einrichtungen statt. Von den 1704 im ersten Halbjahr 2026 eingegangenen Inspektionsberichten wiesen demnach weniger als fünf Prozent Mängel auf. Bei diesen sei die Sicherheit der Personen nicht gewährleistet und ein Eingreifen des kantonalen Amts für Feuerwesen erforderlich gewesen.

Man stelle fest, dass die Eigentümer öffentlicher Gebäude heute häufig einen externen Brandschutzexperten hinzuziehen würden, um ein Brandschutzkonzept zu erstellen und die notwendigen Massnahmen durchzuführen. „Was Türen betrifft, die sich in die falsche Richtung öffnen, ist die Gesamtheit der Mängel ausschlaggebend, und die Beurteilung darf sich nicht auf eine einzige Tür beschränken.“

Seit der Brandkatastrophe vom 1. Januar in Crans-Montana ist denn auch die Debatte um die Gründung einer kantonalen Gebäudeversicherung wieder aufgeflammt. Im März nahm das Walliser Parlament ein Postulat dazu an. Derzeit läuft eine Analyse bezüglich der möglichen Gründung einer kantonalen Gebäudeversicherung.

Gemäss den geltenden kantonalen Rechtsgrundlagen sind im Wallis die Gemeinden für die Umsetzung der Massnahmen im Bereich der Brandschutzpolizei zuständig. Die kantonale Verordnung über Brandschutzmassnahmen wird derzeit überarbeitet. Deren Inkrafttreten ist für diesen Herbst vorgesehen. Sie dürfte den Gemeinden ein Instrument an die Hand geben, mit dem sie die Durchführung der periodischen Kontrollen verstärken können.

(text:pmu/bild:unsplash)