15 August 2022

Myanmar: Suu Kyi wegen Korruption zu weiterer Haftstrafe verurteilt

Ein von der MilitÀrjunta kontrolliertes Gericht in Myanmar hat die entmachtete Regierungschefin Aung San Suu Kyi zu weiteren sechs Jahren Haft verurteilt.

Die Strafe gegen die 77-JÀhrige sei am Montag wegen vier FÀllen von Korruption verhÀngt worden, sagten mit dem Prozess vertraute Quellen der Deutschen Presse-Agentur.

Demnach wurde die FriedensnobelpreistrĂ€gerin fĂŒr schuldig befunden, unter anderem Gelder einer wohltĂ€tigen Stiftung veruntreut zu haben, die Suu Kyi im Namen ihrer Mutter gegrĂŒndet hatte. Suu Kyi bestritt die VorwĂŒrfe. In mehreren anderen FĂ€llen war die FriedensnobelpreistrĂ€gerin zuvor bereits zu insgesamt rund elf Jahren Haft verurteilt worden.

Die Verfahren gehören zu einer Reihe von 18 Anklagen, darunter elf wegen Korruption. FĂŒr jeden Anklagepunkt drohen bis zu 15 Jahre GefĂ€ngnis. Im April verhĂ€ngte ein Gericht eine Haftstrafe von fĂŒnf Jahren gegen Suu Kyi in ihrem ersten Korruptionsfall, weil sie Gold und 600 000 US-Dollar (rund 586 000 Euro) Bestechungsgeld von einem Politiker angenommen haben soll. Einige Monate zuvor war sie bereits in kleineren FĂ€llen zu insgesamt sechs Jahren Haft verurteilt worden.

Die 77-JĂ€hrige sitzt seit Juni in einem GefĂ€ngnis in der Hauptstadt Naypyidaw in Einzelhaft, nachdem sie im Zuge des MilitĂ€rputsches vom Februar 2021 zunĂ€chst unter Hausarrest gestellt worden war. Die Verfahren finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Suu Kyis AnwĂ€lte dĂŒrfen nicht mit Medien sprechen. Menschenrechtler sprechen von einem Schauprozess.

Die GenerĂ€le hatten im Februar 2021 geputscht. Sie begrĂŒndeten den Umsturz mit angeblichem Betrug bei der Wahl im November 2020, die Suu Kyi klar gewonnen hatte. Beweise legten sie keine vor. Seither versinkt das frĂŒhere Birma in Chaos und Gewalt.

(text:sda/bild:pixabay)