4 Dezember 2023

M├╝nchner Flughafen stellt Betrieb am Dienstag zeitweilig ein

Der M├╝nchner Flughafen stellt am Dienstag seinen Betrieb wegen des Winterwetters erneut vor├╝bergehend ein. Von Betriebsbeginn um 6.00 Uhr bis 12.00 Uhr werde es keine Starts und Landungen geben, teilte ein Sprecher des Flughafens am Montagabend mit. Grund sei der angek├╝ndigte Eisregen in der Nacht von Montag auf Dienstag, der einen sicheren Flugbetrieb am Morgen und am Vormittag voraussichtlich unm├Âglich mache. Mindestens 150 Starts und 160 Landungen seien davon am Dienstag betroffen. F├╝r den Tag sind laut Flughafen mehr als 770 Abfl├╝ge und Ank├╝nfte geplant.

Der Airport will den Angaben zufolge die erste Tagesh├Ąlfte dazu nutzen, nach dem angek├╝ndigten Eisregen die Betriebsfl├Ąchen zu enteisen. Geplant sei, den Flugverkehr ab Mittag wieder anlaufen zu lassen, hiess es. Der Flugplan sei aber voraussichtlich auch am Nachmittag noch stark eingeschr├Ąnkt. Dies sollten Passagiere einplanen und sich bei ihrer Airline informieren.

├ťbernachtungen auf Feldbetten

Wegen der Einschr├Ąnkungen des Flugverkehrs durch den heftigen Wintereinbruch in grossen Teilen Bayerns waren auch am Montagabend noch rund 1500 Passagiere am Flughafen gestrandet, wie der Sprecher sagte. Diese w├╝rden unter anderem auf Feldbetten im Flughafen ├╝bernachten und mit Getr├Ąnken und Essen versorgt. Auf der Plattform X beklagten Flugg├Ąste am Montag, dass versprochene Anschlussfl├╝ge mehrfach annulliert worden seien.

M├╝nchen ist der zweitgr├Âsste deutsche Flughafen und ein wichtiges Drehkreuz im internationalen Flugverkehr. Gestrandet waren vor allem internationale Passagiere, denen teilweise auch ein Visum f├╝r die Einreise fehlte, sodass sie am Flughafen ├╝bernachteten.

Chaos auch bei der Bahn

Die starken Schneef├Ąlle vom ersten Adventswochenende wirken auch auf Strassen und Schienen nach. Bis zur Wochenmitte erwartet die Deutsche Bahn (DB) weiter Beeintr├Ąchtigungen in Bayern und Auswirkungen bundesweit, vor allem auch in Baden-W├╝rttemberg und Richtung Schweiz. Reisende wurden aufgerufen, nicht notwendige Fahrten auf die Zeit ab dem 6. Dezember (Mittwoch) zu verschieben. Der M├╝nchner Hauptbahnhof etwa war auch am Montag nur stark eingeschr├Ąnkt im Betrieb.

Das Chaos bei der Bahn nahmen die Eisenbahner-Gewerkschaft EVG und der Fahrgastverband Pro Bahn zum Anlass, Alarm zu schlagen. Sie forderten Konsequenzen f├╝r die Wintertauglichkeit der Bahn. Der EVG-Vorsitzende Martin Burkert sagte der „Augsburger Allgemeinen“ (Montag), die deutsche Schienen-Infrastruktur sei „in weiten Teilen marode“. Es m├╝sse grosse Investitionen wie etwa in ├ľsterreich geben.

Der Bundesvorsitzende vom Fahrgastverband Pro Bahn, Detlev Neuss, sagte der Zeitung, der Bahnverkehr sei „nach jahrzehntelanger Sparpolitik nur noch auf Kante gen├Ąht“. Eines der vielen Probleme sei, dass die Bahn bis in die j├╝ngste Vergangenheit immer mehr Gleise als Abstellm├Âglichkeiten zur├╝ckgebaut habe und nun ganze Z├╝ge direkt in Bahnh├Âfen abstelle, wenn sie ihr Ziel nicht mehr ansteuern k├Ânnten. „Durch die verstopften Bahnh├Âfe wird der Bahnverkehr noch schneller blockiert und kommt grossfl├Ąchig zum Erliegen.“

Geschlossene Schulen

Die Kombination aus riesigen Schneemengen und frostigen Minusgraden sei eine besondere Herausforderung, hiess es von mehreren Seiten. Bei der Tram in M├╝nchen fror Eis in den Schienen fest und brachte zum R├Ąumen eingesetzte Fahrzeuge zum Entgleisen.

In den Landkreisen Starnberg und M├╝hldorf am Inn oder auch in Augsburg blieben am Montag viele Schulen geschlossen. Grund waren den Angaben zufolge die Schneemassen, die auf den D├Ąchern der Geb├Ąude lasteten. Am Dienstag soll fast ├╝berall wieder unterrichtet werden.

Im bev├Âlkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen sorgte Schneefall seit Sonntagabend bis ins Flachland hinein f├╝r ein bis vier Zentimeter weisse Pracht, wie es beim Deutschen Wetterdienst in Essen hiess. Autobahn- und Strassenmeistereien waren im Dauereinsatz, auch in K├Âln waren Hunderte Mitarbeiter im Winterdiensteinsatz, um Strassen und Fusswege zu r├Ąumen. Auf winterglatten und verschneiten Strassen blieben Unf├Ąlle in der Region nicht aus.

Meteorologen warnen vor Glatteis

Und die Lage bleibt in vielen Regionen Deutschlands angespannt: Auch wenn es etwas milder wird, warnt der Deutsche Wetterdienst in den kommenden Tagen vielerorts vor m├Âglichem Glatteis. Vor allem im westlichen Bergland und je weiter man nach Osten komme, gebe es eine erh├Âhte Glatteisgefahr, sagte DWD-Meteorologe Marco Manitta am Montag in Offenbach. Besonders gef├Ąhrdet seien von Montagabend bis Dienstagfr├╝h die Regionen zwischen Main und Donau. Und: „Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Glatteissituation vereinzelt auch unwetterartig ausf├Ąllt.“ Nur entlang des Rheins und ganz im Westen blieben die Temperaturen in der Nacht ├╝ber null Grad. Im S├╝dosten Bayerns k├Ânne erneut strenger Frost auftreten.

(text:sda/bild:keystone/sda)