8 April 2024

Moskau wirft Kiew Angriff auf Atomkraftwerk vor

Das russische Aussenministerium hat Kiew die volle Verantwortung f├╝r Drohnenangriffe auf das von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine zugeschrieben. „Mit ihren kriminellen Handlungen macht die Ukraine, unterst├╝tzt von den USA und ihren westlichen Satelliten, deutlich, dass sie den Weg des nuklearen Terrors eingeschlagen hat“, heisst es in einer am Montag ver├Âffentlichten Mitteilung des Aussenamtes in Moskau. Laut Atombeh├Ârde IAEA war die nukleare Sicherheit nicht gef├Ąhrdet. Die Schutzh├╝lle des sechsten Reaktors sei dreimal getroffen worden, teilte IAEA-Chef Rafael Grossi im sozialen Netzwerk X (fr├╝her Twitter) am Sonntag mit.

„Aufgabe der Weltgemeinschaft und der internationalen Organisationen, allen voran der IAEO, ist es, Kiew die M├Âglichkeit zu nehmen, Terroranschl├Ąge auf Atomanlagen zu ver├╝ben“, forderte das russische Aussenministerium weiter. Moskaus UN-Botschafter Wassili Nebensja k├╝ndigte nach Angaben der Staatsagentur Tass an, den Vorfall bei einer der n├Ąchsten Sitzungen des Weltsicherheitsrates zur Sprache bringen zu wollen. Die Ukraine hat sich bisher nicht zu dem Vorfall ge├Ąussert.

Moskau sah die Verantwortung f├╝r den Angriff auf das gr├Âsste Atomkraftwerk Europas „in vollem Umfang bei der F├╝hrung jener Staaten, die das Kiewer Regime mit Waffen und Geheimdienstinformationen versorgen und ihm finanzielle Mittel zur Verf├╝gung stellen“. Russland selbst, dessen Truppen das Kraftwerk seit ├╝ber zwei Jahren besetzt halten, „tut alles Notwendige, um die Sicherheit des AKW im Einklang mit den nationalen Rechtsvorschriften und den internationalen rechtlichen Verpflichtungen zu gew├Ąhrleisten“.

Die sechs Druckwasserreaktoren sowjetischer Bauart im Atomkraftwerk Saporischschja wurden heruntergefahren und produzieren keine Energie mehr. Die Reaktoren selbst befinden sich jeweils in einem Betonw├╝rfel mit Betonw├Ąnden von einem Meter Dicke. In deren Mitte sind die Reaktoren, deren Sicherheitsbeh├Ąlter noch einmal eine 20 Zentimeter dicke Stahlschicht haben. Allein f├╝r eine Zerst├Ârung der Betonw├Ąnde w├Ąren Experten zufolge mehrere gezielte Treffer mit grosskalibrigen Granaten oder spezieller bunkerbrechender Munition notwendig.

(text:sda/bild:keystone)