19 Juli 2023

Schiffe im Schwarzen Meer gelten ab Donnerstag als Gegner

Nach dem Ende des Abkommens ĂŒber die Ausfuhr ukrainischen Getreides will Russland Schiffe in den betroffenen Gebieten des Schwarzen Meeres als mögliche Gegner einstufen. Ab Donnerstag um Mitternacht (Mittwoch, 23.00 Uhr MESZ) wĂŒrden die Schiffe als “potenzielle TrĂ€ger militĂ€rischer Fracht” gewertet, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Mittwoch mit.

Es sei eine Warnung an die Schifffahrt herausgegeben worden im Zusammenhang mit dem Ende der Schwarzmeer-Initiative. Demnach seien Bereiche des Nordwestens und des SĂŒdostens der internationalen GewĂ€sser des Schwarzen Meeres als gefĂ€hrlich fĂŒr die Schifffahrt eingestuft worden, hiess es aus Moskau weiter.

Begleitet von grosser internationaler Kritik hatte der Kreml das Getreide-Abkommen am Montag nach rund einjĂ€hriger Laufzeit nicht mehr verlĂ€ngert. Mithilfe der Vereinbarung, die im Juli 2022 unter Vermittlung der Vereinten Nationen und der TĂŒrkei zustande kam, konnten in den vergangenen Monaten trotz des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine fast 33 Millionen Tonnen Getreide auf dem Seeweg ins Ausland exportiert werden. Russland begrĂŒndete sein Vorgehen mit eigenen Forderungen, die angeblich nicht erfĂŒllt worden seien.

Das Auslaufen des Abkommens wurde international beklagt. Es weckt wieder BefĂŒrchtungen vor steigenden Preisen fĂŒr Getreide und Lebensmittel. Insbesondere Ă€rmere LĂ€nder in Afrika sind auf ukrainisches Getreide angewiesen.

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj forderte zuletzt, die Exporte auch ohne russische Zustimmung in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen und der TĂŒrkei fortzusetzen.

(text:sda/bild:unsplash-symbolbild)