1 April 2023

„Monster-Sturmsystem“: Tornados töten mehrere Menschen in den USA

Eine Serie Tornados hat in den USA mindestens sechs Menschen das Leben gekostet und schwere SchĂ€den angerichtet. Zudem habe es Dutzende Verletzte gegeben, berichteten US-Medien in der Nacht zu Samstag (Ortszeit) unter Berufung auf Polizei und Rettungsdienste. Insgesamt seien in sieben Bundesstaaten etwa 50 WirbelstĂŒrme gezĂ€hlt worden, die als Tornados eingestuft werden könnten. Örtliche Medien sprachen von einem seltenen „Monster-Sturmsystem“, das sich vom SĂŒden der USA bis in die Region der Grossen Seen im Norden erstreckte.

Betroffen waren laut Wetterdienst vor allem die Bundesstaaten Arkansas, Illinois, Indiana, Iowa, Wisconsin, Mississippi und Tennessee. Rund eine halbe Million Haushalte waren zumindest vorĂŒbergehend ohne Strom, wie aus Daten der Seite „poweroutage.us“ hervorging.

In der Kleinstadt Belvidere im Bundesstaat Illinois stĂŒrzte bei einem schweren Unwetter wĂ€hrend eines Konzerts das Dach eines Theaters teilweise ein. Mindestens ein Mensch wurde laut Medien getötet, Dutzende weitere verletzt. Nach Angaben von Feuerwehrchef Shawn Schadle wurden 5 Personen mit schweren, 18 mit mittelschweren und 5 mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Zum Zeitpunkt des Einsturzes habe ein Sturm mit Böen von bis zu 145 Stundenkilometern gewĂŒtet. Nach Angaben der Behörden befanden sich zum Zeitpunkt des Dacheinsturzes 260 Menschen im Theater. Dutzende Krankenwagen waren im Einsatz.

Das Konzert sei ausverkauft gewesen, hiess es weiter. Auf dem Programm im Apollo-Theater standen die Death-Metal-Bands Morbid Angel, Revocation und Skeletal Remains. Morbid Angel teilte auf Facebook mit, das Konzert sei „aufgrund eines Tornados, der den Veranstaltungsort getroffen hat“, abgesagt worden. Belvidere hat rund 25 000 Einwohner und liegt gut 100 Kilometer von Chicago entfernt.

Stunden zuvor hatte ein Tornado die Stadt Little Rock und Umgebung in Arkansas getroffen. Auf Bildern lokaler Fernsehsender waren entwurzelte BÀume, umgekippte Fahrzeuge und abgedeckte DÀcher zu sehen. Es habe einen Toten gegeben, berichteten Medien unter Berufung auf die Behörden. Mindestens 50 Menschen seien in KrankenhÀuser gebracht worden, sagte eine Sprecherin des Bezirks Pulaski dem Sender CNN. Zwei weitere Todesopfer wurden aus der rund 150 Kilometer entfernten Ortschaft Wynne gemeldet. Gouverneurin Sarah Huckabee Sanders erklÀrte den Notstand und mobilisierte 100 Angehörige der Nationalgarde, um bei Rettungs- und AufrÀumarbeiten zu helfen.

Auch im Bezirk Sullivan im Bundesstaat Indiana seien zwei Menschen bei einem gewaltigen Sturm ums Leben gekommen, teilte die Polizei mit. Mehrere HĂ€user sowie das GebĂ€ude der Freiwilligen Feuerwehr seien beschĂ€digt worden, sagte Polizeisprecher Matt Ames CNN. „Es hat uns schwer getroffen“, berichtete Notdienste-Koordinator Jim Pirtle.

Erst vor einer Woche waren bei einem Tornado mindestens 26 Menschen in den Bundesstaaten Mississippi und Alabama ums Leben gekommen. Am Freitag besuchten US-PrÀsident Joe Biden und seine Frau Jill den kleinen Ort Rolling Fork in Mississippi, der besonders hart von dem Sturm getroffen worden war.

Die Bidens machten sich bei dem Besuch ein Bild von der Zerstörung in der 2000-Einwohner-Gemeinde und trafen unter anderem den BĂŒrgermeister der Stadt und betroffene Anwohner. „Sie sind nicht alleine“, sagte Biden inmitten von TrĂŒmmern zerstörter HĂ€user und entwurzelter BĂ€ume. „Das amerikanische Volk wird Ihnen beistehen. Es wird Ihnen helfen, hier durchzukommen – und ich auch.“ Der PrĂ€sident kĂŒndigte fĂŒr Montag die Eröffnung eines lokalen Katastrophenzentrums an, wo sich betroffene Anwohner Hilfe suchen könnten.

(text&bild:sda)