11 Februar 2024

Mögliche Rafah-Offensive: Hamas warnt Israel vor Aus des Geisel-Deals

Die Hamas hat Israel fĂŒr den Fall eines militĂ€rischen Vorgehens in der Stadt Rafah im SĂŒden des Gazastreifens mit einem Abbruch der GesprĂ€che ĂŒber ein Geisel-Abkommen gedroht. Jeder Angriff könne die Verhandlungen zunichtemachen, zitierte der palĂ€stinensische Fernsehsender Al-Aksa, der als Sprachrohr der Islamisten gilt, am Sonntag ein nicht nĂ€her genanntes hochrangiges Hamas-Mitglied.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte der Armee am Freitag den Befehl erteilt, auch eine Offensive auf Rafah vorzubereiten. Die Stadt nahe der Grenze zu Ägypten ist der einzige Ort in dem KĂŒstengebiet, in dem die Hamas noch die Kontrolle ausĂŒbt. Eine MilitĂ€roffensive dort gilt allerdings als hochproblematisch. Vor dem Krieg hatte die Stadt rund 300 000 Einwohner, inzwischen sollen sich dort auf engstem Raum mindestens 1,3 Millionen BinnenflĂŒchtlinge aufhalten.

Unter anderem die US-Regierung und Bundesaussenministerin Annalena Baerbock hatten sich zuletzt deutlich gegen ein militĂ€risches Vorgehen in Rafah ausgesprochen. Auch UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres warnte vor einer humanitĂ€ren Katastrophe und Folgen fĂŒr die gesamte Region.

Augenzeugen zufolge griff Israel bereits mehrfach Ziele in der Stadt aus der Luft an. Israelische Bodentruppen waren dort bislang aber nicht im Einsatz.

Ägypten, Katar und die USA bemĂŒhen sich derzeit erneut darum, eine lĂ€ngere Feuerpause im Gaza-Krieg herbeizufĂŒhren. Im Rahmen eines Abkommens sollen in mehreren Phasen die noch immer im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln gegen palĂ€stinensische Gefangene in Israel ausgetauscht werden. Die Verhandlungen kommen derzeit nur schleppend voran.

(text:sda/bild:keystone)