29 Oktober 2021

Mit digitaler Religionskarte zu mehr Kontakt mit Gemeinschaften

Die Direktion f├╝r Inneres und Justiz (DIJ) hat heute (Freitag, 29.10.) die digitale Religionslandkarte des Kantons Bern ver├Âffentlicht. Sie macht die Vielfalt der Religionslandschaft sichtbar und erleichtert dem Kanton den Aufbau von Beziehungen zu privatrechtlich organisierten Religionsgemeinschaften.

Gemeinschaften aus ├╝ber 20 verschiedenen religi├Âsen Traditionen sind an rund 640 Standorten im Kanton Bern aktiv. Das zeigt die heute ver├Âffentlichte, digitale Religionslandkarte, die der kantonale Beauftragte f├╝r kirchliche und religi├Âsen Angelegenheiten (BKRA) erstellt hat. Die Karte veranschaulicht die Vielfalt der Religionslandschaft und macht die Standorte der Religionsgemeinschaften erstmals f├╝r eine breite ├ľffentlichkeit digital sichtbar.

F├╝r den Kanton Bern ist die Karte auch ein erster Schritt, um Beziehungen mit den privatrechtlich organisierten Gemeinschaften aufzunehmen. Dazu z├Ąhlen unter anderem muslimische, hinduistische, buddhistische oder christlich-freikirchliche Gemeinschaften. Nach statistischen Hochrechnungen geh├Âren 12 Prozent der ├╝ber 15-j├Ąhrigen Bernerinnen und Berner einer solchen Gemeinschaft an. W├Ąhrend die Zusammenarbeit zwischen Kanton und anerkannten Landeskirchen eine bew├Ąhrte Tradition kennt und mit dem neuen Landeskirchengesetz auch eine neue Grundlage erhalten hat, fehlten bisher Kontakte zu den weiteren Religionsgemeinschaften fast ganz.

┬źWir wollen die privatrechtlich organisierten Religionsgemeinschaften besser kennenlernen. Und wir wollen, dass sie uns kennen┬╗, betont Regierungsr├Ątin Evi Allemann, Direktorin f├╝r Inneres und Justiz: ┬źWenn wir hinschauen, k├Ânnen wir der Religionsvielfalt gerechter werden.┬╗ Darin liegt auch eine Form der gesellschaftlichen ÔÇô nicht der rechtlichen ÔÇô Anerkennung dieser Akteure. Landeskirchen und weitere Religionsgemeinschaften erbringen wichtige Leistungen im gesamtgesellschaftlichen Interesse. Gemeint sind etwa ihre Beitr├Ąge an eine solidarische Gemeinschaft, an die Verst├Ąndigung zwischen den Religionen und das friedliche Zusammenleben, die Vermittlung grundlegender Werte oder die Unterst├╝tzung von B├╝rgerinnen und B├╝rgern in existenziellen Situationen. Die Vernetzung des Kantons mit allen relevanten Akteurinnen und Akteuren soll rasches Handeln im Alltag wie im Krisenfall erm├Âglichen. Schliesslich sollen die neuen Kontakte auch dazu dienen, staatliche Ungleichbehandlungen zwischen den Religionen leichter zu erkennen und wo m├Âglich zu reduzieren.

Die Religionslandkarte ist auf dem Geo-Portal des Kantons ver├Âffentlicht und erlaubt verschiedene Abfragen und Darstellungen. Das Projekt ist auf grosse Resonanz gestossen: ├ťber 90 Prozent der kontaktierten Gemeinschaften beteiligen sich an der Erfassung. In Zusammenarbeit mit den Religionsgemeinschaften wird der kantonale Beauftragte f├╝r kirchliche und religi├Âsen Angelegenheiten die Karte weiter pflegen und erg├Ąnzen.

(text:pd/bild:beo)