8 Oktober 2021

Mit der Impfung zur├╝ck zum Alltag

Die Corona-Situation im Kanton Bern ist momentan stabil. Die Zahl der Covid-Kranken ist r├╝ckl├Ąufig. Am Mittwoch (6.10.2021) waren insgesamt 45 Personen hospitalisiert, f├╝nf weniger als vor einer Woche. 17 Patientinnen und Patienten liegen auf der Intensivstation, zwei mehr als eine Woche zuvor. Keine dieser Personen ist geimpft. Seit einem Monat weist die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) auf dem Zahlen-Monitor aus, wie hoch der Anteil geimpfter Personen in Spitalpflege ist. Diese Zahlen belegen klar, dass die Impfung sehr gut vor einem schweren Krankheitsverlauf sch├╝tzt.

Der Kanton Bern wird sich teilweise an der Impf-Offensive des Bundes beteiligen. In seiner Vernehmlassungsantwort betont er, dass bereits ein grosses Impfangebot entwickelt worden sei und dieses als Basis dienen m├╝sse, falls neue Vorhaben lanciert werden sollen. Eine nationale Impfwoche betrachtet der Kanton als sinnvoll und pl├Ądiert auf eine Durchf├╝hrung Anfang November, damit ├╝ber die kommenden Weihnachtsfeiertage m├Âglichst viele Menschen von einem Impfschutz profitieren k├Ânnen. Zudem seien niederschwellige Angebote f├╝r Junge auszubauen; auch ausserhalb der Schulen in einem gesch├╝tzten vertraulichen Rahmen.

Der Kanton Bern hat mit mobilen Impfangeboten bereits grosse Erfahrung und sieht gute Einsatzm├Âglichkeiten f├╝r weitere mobile Impfteams. Es gilt aber zu ber├╝cksichtigen, dass es nicht zu einem ├ťbermass an Informations- und Beratungsangeboten kommt, welche gegenteilig wahrgenommen werden k├Ânnten. Daher spricht sich der Kanton auch gegen den Vorschlag aus, individuelle Informationsangebote zu schaffen. Ebenso soll auf die Beratungsgutscheine verzichtet werden, denn diese Idee ist nicht praktikabel, administrativ aufw├Ąndig und schafft falsche Anreize und neue Ungleichheiten zu jenen Personen, die heute bereits geimpft sind. Es w├╝rde ein folgenreicher Pr├Ązedenzfall im Schweizerischen Gesundheitssystem geschaffen.

Die entsprechenden Mittel des Bundes k├Ânnten genutzt werden, um den Tarif f├╝r ├ärzte, Apotheken und Gesundheitspersonal pro Impfung um 50 Franken zu erh├Âhen. Per 1. Oktober wurde die Verg├╝tung des Bundes f├╝r die ├ärzte und ├ärztinnen n├Ąmlich reduziert. Der Kanton Bern ist der Ansicht, dass mit einer Erh├Âhung ein echter Anreiz f├╝r die Verst├Ąrkung der Impfaktivit├Ąten und Fachberatungen geschaffen werden kann.

GSI-Direktor Pierre Alain Schnegg betonte am Point de Presse, dass ab Ende November 2021 ein weiterer R├╝ckgang bei den Impfungen zu erwarten ist. Alle Personen, die es w├╝nschten, hatten bereits seit ├╝ber einem halben Jahr die M├Âglichkeit, sich impfen zu lassen. Im Kanton rechne man noch mit bestenfalls 100’000 Personen, die eine gewisse Impfbereitschaft zeigen, aber noch z├Âgern.

Mit der Verimpfung des Janssen-Impfstoffs von Johnson & Johnson ab Montag, 11. Oktober 2021, erwartet der Kanton noch einen gewissen Anstieg der Nachfrage durch diejenigen Personen, die auf einen Vektorimpfstoff angewiesen sind oder diesen bevorzugen. Der neue Impfstoff wird in den Impfzentren Bern Insel und Thun verabreicht. Eine Voranmeldung ├╝ber das Impftool ist zwingend. Personen mit einem Attest eines Allergologen/einer Allergologin (Unvertr├Ąglichkeit eines mRNA-Impfstoffs) haben ohne Anmeldung direkten Zugang bei den beiden Impfzentren. Der Janssen-Impfstoff ist ab 18 Jahren zugelassen und soll nicht an Schwangere verimpft werden.

Mit der zunehmenden Steigerung der Impfrate r├╝cken weitere ├ľffnungsschritte n├Ąher. Viele Menschen haben sich gegen einen schweren Krankheitsverlauf einer Covid-19-Erkrankung gesch├╝tzt. Die Freiheiten dieser Menschen einzuschr├Ąnken, weil sich andere Personen nicht impfen lassen, wird bald nicht mehr m├Âglich sein. Die Zertifikatspflicht im Inland sollte nur solange wie n├Âtig bestehen bleiben. Erleichterungen bei Zusammenk├╝nften und Anl├Ąssen w├Ąren weitere M├Âglichkeiten f├╝r Normalisierungsschritte. Personen, die sich nicht impfen lassen k├Ânnen oder wollen, sollen m├Âglichst umf├Ąnglich am gesellschaftlichen Lebens teilhaben k├Ânnen, was weitere Herausforderungen darstellt.

Der Gesundheitsdirektor betonte, dass sich die Bev├Âlkerung bewusst werden m├╝sse, dass das Virus noch lange pr├Ąsent sein werde. Jeder Mensch m├╝sse sich selber vor einer Ansteckung sch├╝tzen und die Vorschriften zur Hygiene, zum Abstandhalten, zum L├╝ften und Maskentragen weiterhin befolgen. Wichtigstes Ziel sei es, die ├ťberlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden. Die vergangenen neun Monate ÔÇô der Kanton Bern hat am 11. Januar angefangen zu impfen ÔÇô h├Ątten gezeigt, dass die Impfung das beste Mittel sei, dies zu erreichen. Eine Impfung sei der beste Schutz f├╝r jede einzelne Person, aber auch f├╝r die Gesellschaft, um zur Normalit├Ąt zur├╝ckzufinden.

(text:pd/bild:pixabay)