5 September 2022

Mindestens zehn Tote bei Messerangriffen in Kanada

Bei einer Serie von Messerangriffen im Zentrum Kanadas sind mindestens zehn Menschen getötet worden. 15 Verletzte seien zudem zur Behandlung in KrankenhĂ€user gebracht worden, teilte die Polizei in der Provinz Saskatchewan bei einer Pressekonferenz am Sonntag (Ortszeit) in der Provinzhauptstadt Regina mit. Weitere Details zum Zustand der Opfer wurden nicht genannt. Die beiden mutmasslichen TĂ€ter seien auf der Flucht. Zuletzt seien sie in einem SUV gesehen worden, hiess es weiter. Das Motiv fĂŒr die grausame Tat war am Abend zunĂ€chst noch unklar.

„Es hat den Anschein, dass einige der Opfer gezielt und einige zufĂ€llig ausgewĂ€hlt wurden“, sagte Polizistin Rhonda Blackmore. „Daher wĂ€re es zum jetzigen Zeitpunkt Ă€usserst schwierig, ein Motiv zu nennen.“ Es gebe 13 aktive Tatorte, an denen ermittelt werde. „An einigen dieser Tatorte gab es also möglicherweise keine verstorbene Person, sondern verletzte Personen, die nicht verstorben sind“, so Blackmore. Weitere Opfer könnten nicht ausgeschlossen werden, weil unklar sei, ob sich alle Betroffenen bei den Behörden gemeldet hĂ€tten. Die gewĂ€hlten Vorsitzenden des Reservats riefen den Notstand aus.

Der Premierminister der Provinz sprach auf Twitter im Namen seiner Regierung sein Beileid aus. „Ganz Saskatchewan trauert mit den Opfern und ihren Angehörigen“, schrieb Scott Moe von der konservativen Saskatchewan-Partei. Der kanadische Minister fĂŒr öffentliche Sicherheit, Marco Mendicino, teilte auf Twitter mit, die Polizei in Saskatchewan setze alle verfĂŒgbaren Ressourcen fĂŒr die Suche nach den beiden VerdĂ€chtigen ein und werde die Öffentlichkeit ĂŒber die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halten.

Die Polizei suchte in Saskatchewan sowie in den angrenzenden Provinzen Manitoba und Alberta nach den beiden mĂ€nnlichen VerdĂ€chtigen im Alter von 31 und 30 Jahren. Die FlĂ€che dieser drei Provinzen in der Mitte Kanadas ist mehr als fĂŒnfmal so gross wie die FlĂ€che Deutschlands. Allein Saskatchewan ist knapp doppelt so gross wie Deutschland, aber mit nur knapp 1,2 Millionen Einwohnern sehr dĂŒnn besiedelt.

(text:sda/bild:unsplash)