27 Mai 2022

MilitÀrverwaltung: Ostukrainisches Sjewjerodonezk fast eingekesselt

Die besonders schwer umkÀmpfte ostukrainische Stadt Sjewjerodonezk ist nach Angaben der dortigen MilitÀrverwaltung fast vollstÀndig von russischen Truppen umzingelt. Zu zwei Dritteln sei die Grossstadt im Gebiet Luhansk schon belagert, aber noch nicht komplett eingekesselt, sagte der Chef der lokalen MilitÀrverwaltung, Olexandr Strjuk, am Freitag. Die Verteidiger leisteten weiter heftigen Widerstand. Dagegen behaupteten die prorussischen Separatisten der staatlichen Moskauer Nachrichtenagentur Ria Nowosti zufolge, der Ring sei komplett geschlossen um die Stadt.

Nach Angaben von Strjuk sind rund 90 Prozent der GebĂ€ude in der Stadt beschĂ€digt, 60 Prozent mĂŒssten völlig neu gebaut werden. Er hatte zuvor mitgeteilt, dass seit Kriegsbeginn in Sjewjerodonezk rund 1500 Menschen getötet worden seien. Darunter seien sowohl Soldaten als auch Zivilisten, sagte Strjuk. Viele Menschen seien zudem geflĂŒchtet. Von den einst 130 000 Einwohnern lebten mittlerweile nur noch rund ein Zehntel dort.

Mehr als drei Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs zÀhlt die Grossstadt Sjewjerodonezk zu den letzten Teilen von Luhansk, die noch von der ukrainischen Armee kontrolliert werden. Unweit der Stadtgrenze wird aber bereits heftig gekÀmpft. Beobachter erwarten seit Tagen, dass ukrainische Brigaden in Sjewjerodonezk von russischen und prorussischen MilitÀrs eingekesselt werden könnten.

(text:sda/bild:unsplash)