Michelle Gisin gibt Rücktritt bekannt
Michelle Gisin muss ihre Comeback-Hoffnungen begraben. Die 32-jährige Obwaldnerin gibt ihren Rücktritt vom Ski-Spitzensport bekannt.
Gisin hatte sich im Dezember des vergangenen Jahres in St. Moritz bei einem Sturz im Abfahrtstraining mehrere Verletzungen zugezogen. Betroffen waren neben dem Knie auch der Oberschenkel, das Handgelenk, die Schulter und die Halswirbelsäule. „Ich hätte querschnittgelähmt sein können“, erklärte die Athletin später.
Trotzdem schloss Gisin ein Comeback lange nicht aus. Im Oktober sagte sie, sie wolle die ersten Schwünge im Schnee abwarten, ehe sie sich entscheide. Auf dem Tower Titlis in ihrer Heimat Engelberg erklärte Gisin nun, dass sie nicht in den Weltcup zurückkehren werde.
Gisin blickt auf eine Karriere zurück, die von ihren beiden Olympiasiegen in der Kombination 2018 und 2022 überstrahlt wird. Vor vier Jahren kam in Peking Olympia-Bronze im Super-G hinzu.
In der inzwischen abgeschafften Kombination gewann Gisin auch ihre beiden WM-Medaillen: 2017 Silber in St. Moritz und 2021 Bronze in Cortina d’Ampezzo.
Im Weltcup stand Gisin einmal zuoberst auf dem Podest: 2020 gewann sie den Slalom in Semmering – an jenem Ort, an dem sie acht Jahre zuvor ihr Weltcup-Debüt gegeben hatte. Insgesamt erreichte Gisin 21 Weltcup-Podestplätze – und zwar in allen fünf Disziplinen. Das war in der Schweiz vor ihr zuletzt Vreni Schneider gelungen.
(text:sda/bild:keystone)