17 September 2025

Meyer Burger am Ende

Die den drei Schweizer Gesellschaften der Meyer Burger Gruppe bisher gewährte stille Nachlassstundung wird als ordentliche provisorische Nachlassstundung weitergeführt. Dies betrifft einerseits die Muttergesellschaft Meyer Burger Technology AG und anderseits die beiden Tochtergesellschaften Meyer Burger Switzerland AG und Meyer Burger Research AG, alle mit Sitz in Thun.

Grund für die Entscheidung sei die gescheiterte Suche nach einem Investor für die gesamte Unternehmensgruppe. Die Bemühungen für einen Verkauf von Teilen der Gruppe und/oder von Aktiven der verschiedenen Gruppengesellschaften in der Schweiz, in Deutschland und in den USA würden aber weitergeführt, heisst es am Mittwoch in einer Mitteilung des Unternehmens.

Hingegen bestehünden gemäss Einschätzung des Verwaltungsrats der Meyer Burger Technology AG aus heutiger Sicht keine realistischen Chancen mehr für eine Rettung der gesamten Unternehmensgruppe einschliesslich der Muttergesellschaft, heisst es weiter. Für letztere werde daher der Abschluss eines Nachlassvertrags angestrebt, womit ausgeschlossen ist, dass den Aktionären eine Liquidationsdividende ausgerichtet werden kann. Im von der SIX Exchange Regulation AG eingeleiteten Verfahren zur Dekotierung sämtlicher Namenaktien werde Meyer Burger Technology AG entsprechend keinen Einspruch einlegen.

Der Verwaltungsrat und die Konzernleitung bedauerten, dass die über Monate hinweg sehr intensiv geführten Verhandlungen mit verschiedenen Interessenten zur Rettung der Solartechnologie-Gruppe nicht erfolgreich abgeschlossen werden konnten. Hauptgründe hierfür seien das herausfordernde Wettbewerbsumfeld infolge umfangreicher Modulimporte aus China zu sehr niedrigen Preisen sowie erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen Förderung erneuerbarer Energien sowohl in den USA als auch in Europa.

Die etwa 600 Mitarbeitenden an den deutschen Standorten sind bis auf ein Abwicklungsteam freigestellt und wurden gekündigt. Den noch verbliebenen rund 45 Mitarbeitenden in der Schweiz musste ebenfalls bis auf ein Abwicklungsteam vor Kurzem die Kündigung ausgesprochen werden. Die etwa 300 Mitarbeitenden in den USA wurden bereits im Mai dieses Jahres entlassen.

(text:pd,csc/bild:unsplash-symbolbild)