3 Juni 2024

Mexikos Regierungskandidatin laut Prognosen bei PrÀsidentenwahl vorn

Regierungskandidatin Claudia Sheinbaum hat laut Umfragen die PrĂ€sidentenwahl in Mexiko gewonnen. Sheinbaum wĂŒrde bei einem Sieg bei der Wahl am Sonntag (Ortszeit) die erste PrĂ€sidentin des bevölkerungsreichsten spanischsprachigen Landes. Die Linkspolitikerin lag nach den Prognosen der Wirtschaftszeitung „El Financiero“ und des TV-Senders Televisa vorn. Erste offizielle Resultate wurden am spĂ€ten Abend (Ortszeit) erwartet. Bei Gewalttaten vor Wahllokalen kamen Berichten zufolge mindestens zwei Menschen ums Leben.

Sheinbaum ist eine enge Vertraute des linkspopulistischen PrÀsidenten Andrés Manuel López Obrador, der laut Verfassung nach seiner sechsjÀhrigen Amtszeit nicht erneut antreten durfte. Beide gehören der linken Partei Morena an. Sheinbaum ist studierte Physikerin und Ex-Regierungschefin von Mexiko-Stadt.

Zum ersten Mal konkurrierten in Mexiko zwei Frauen um das Amt des Staats- und Regierungschefs. Als Sheinbaums grösste Konkurrentin galt die ebenfalls 61 Jahre alte XĂłchitl GĂĄlvez, die fĂŒr das ZweckbĂŒndnis der drei grössten Oppositionsparteien antrat. Dem mĂ€nnlichen Kandidaten Jorge Álvarez MĂĄynez von einer kleineren Partei wurden keine Chancen eingerĂ€umt. FĂŒr den Wahlsieg genĂŒgt die einfache Mehrheit.

Es war der grösste Wahltag in der Geschichte der zweitgrössten Volkswirtschaft Lateinamerikas mit rund 130 Millionen Einwohnern. Schon am frĂŒhen Sonntagmorgen (Ortszeit) bildeten sich lange Schlangen vor den Wahllokalen. Insgesamt waren mehr als 20 000 Ämter neu zu besetzen, darunter die Gouverneursposten in acht der 31 Bundesstaaten und im Hauptstadtdistrikt. Fast 100 Millionen BĂŒrger waren stimmberechtigt. Das Staatsoberhaupt tritt das Amt am 1. Oktober an.

Medien berichteten ĂŒber Gewalt vor einigen Wahllokalen. In den zentralen Bundesstaaten Puebla und MĂ©xico sowie in einem Vorort der nordöstlichen Grossstadt Monterrey gab es nach örtlichen Medienberichten jeweils einen Vorfall, bei dem SchĂŒsse fielen – demnach kam es dabei zu je mindestens einem Todesfall. In Puebla konnte nach Angaben der Wahlbehörde des Bundesstaates, IEE, ein Wahllokal in der Gemeinde TlapanalĂĄ nicht öffnen, weil die Wahlzettel gestohlen wurden. Demnach musste ausserdem im Ort Coyomeapan die Stimmabgabe wegen Gewalt unterbrochen werden.

In den StĂ€dten Chicomuselo und PantelhĂł im sĂŒdlichen Bundesstaat Chiapas wurden die Wahlen wegen der Gewalt der Drogenkartelle in der Region komplett ausgesetzt. Auch der Wahlkampf war von Gewalt ĂŒberschattet gewesen. Dutzende Kandidaten wurden getötet. Hinter den AnschlĂ€gen werden meist kriminelle Gruppen vermutet, die um Einfluss in bestimmten Regionen kĂ€mpfen.

(text:sda/bild:keystone)