14 Februar 2024

Meta: Russische Einfluss-Kampagnen werden grösser und plumper

Russland setzt bei seinen Einfluss-Kampagnen im Netz nach Erkenntnissen des Facebook-Konzerns Meta inzwischen mehr auf Masse statt QualitĂ€t. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine vor rund zwei Jahren beobachte man statt des Aufbaus glaubwĂŒrdig wirkender komplexer Profile verstĂ€rkt den Einsatz einer grossen Zahl kaum verhohlener und oft kurzlebiger Fake-Accounts, hiess es am Mittwoch in einem Bericht des Konzerns. Das zentrale Ziel sei dabei, die UnterstĂŒtzung der Ukraine im Westen zu schwĂ€chen.

Mit der Europawahl und dem Rennen ums Weisse Haus in diesem Jahr mĂŒsse man davon ausgehen, dass Russland versuchen werde, auf diese Weise die Diskussion rund um den Ukraine-Krieg im Wahlkampf zu beeinflussen, warnte Meta-Experte Ben Nimmo. Zugleich sei das Vorgehen gegen Versuche russischer Einflussnahme insofern erfolgreich, als die Fake-Profile nur noch wenige Follower bekĂ€men. Ein Risiko sei zugleich, dass Politiker, Journalisten oder Online-Influencer durch die Weiterverbreitung von Informationen aus solchen Profilen den Einfluss-Kampagnen mehr Gehör verschafften.

Alarm schlĂ€gt Meta wegen der AktivitĂ€t europĂ€ischer Überwachungsfirmen unter anderem aus Italien, die ihre Dienste zum AusspĂ€hen von Journalisten, Aktivisten und Dissidenten unter anderem in Aserbaidschan, Kasachstan und der Mongolei anböten. Die Unternehmen setzten unter anderem bei Facebook, Instagram und LinkedIn Fake-Accounts mit von KĂŒnstlicher Intelligenz erzeugten Profilbildern auf, um mit den Zielpersonen Kontakt aufzunehmen. Solche Firmen seien in Europa aktiv, ignorierten aber die europĂ€ischen Datenschutz-Vorgaben, betonte Meta-Manager David Agranovich. EU-Datenschutzbehörden hĂ€tten die Möglichkeit, sie durch die Anwendung der strengen europĂ€ischen Regeln in die Schranken zu weisen.

(text:sda/bild:keystone)