3 M├Ąrz 2024

Meillard kr├Ânt grandioses Weltcup-Wochenende

Loïc Meillard setzt seinen erfolgreichen Tagen in Aspen, Colorado, die Krone auf. Der Romand gewinnt den Slalom und erringt seinen ersten Weltcup-Sieg in dieser Disziplin.

Er war in diesem Winter auch im Slalom sehr oft im Kreis der Besten dabei, f├╝r eine Klassierung unter den ersten drei hatte es ihm allerdings erst einmal gereicht, vor vier Wochen in Chamonix, in jenem denkw├╝rdigen, v├Âllig verr├╝ckt verlaufenen Rennen mit den grossen Umst├╝rzen in der Rangliste aufgrund der immer prek├Ąrer werdenden Pistenverh├Ąltnisse.

Meillard hatte Platz 2 hinter Teamkollege Daniel Yule belegt, der von Rang 30 ganz an die Spitze st├╝rmte und etwas vollbrachte, was zuvor noch keinem Fahrer im Weltcup gelungen war. Der Neuenburger mit Wohnsitz im Wallis seinerseits, der sich im zweiten Durchgang um drei Positionen verbesserte, geh├Ârte am Fusse des Mont Blanc zu den Konstantesten.

Konstanz – da war der Slalom in Chamonix aus Meillards Sicht bis zu diesem Wochenende eine Ausnahme. Die leistungsm├Ąssige Ausgewogenheit liess der Romand ansonsten vermissen. Nie gelang es ihm zuvor in dieser Saison, in einem Rennen zwei Fahrten ohne Zwischenfall hinter sich zu bringen.

Den eigenen Erwartungen war Meillard vor seinen ├╝berzeugenden Auftritten in Aspen in den vergangenen Wochen lediglich noch ein einziges weiteres Mal gerecht geworden. Ende Januar egalisierte er im ersten von zwei Super-G in Garmisch-Partenkirchen mit Rang 3 sein Bestergebnis in dieser Disziplin auf Stufe Weltcup. Podestpl├Ątze im Super-G, im Slalom, zweimal im Riesenslalom und jetzt die Siegpremiere im Slalom – der Hochbegabte ist an einem perfekten Tag an vielen Fronten zu Grossem f├Ąhig.

Die herausragende Bilanz in Aspen entsch├Ądigte Meillard f├╝r einiges, was in dieser Saison schief gelaufen war. Vor dem Podestplatz im Super-G auf der Kandahar-Piste hatte er von „nicht einfachen Wochen gesprochen“. Zur sportlichen Steigerung gesellte sich die Besserung an der Materialfront. Das neue Bindungssystem seines Ausr├╝sters, das bei Meillard zwischenzeitlich f├╝r zus├Ątzliche Sorgenfalten gesorgt hatte, funktionierte vorerst nicht einwandfrei. Die Wandlung zum Guten war dem Vertrauen im Allgemeinen und in die neue Errungenschaft im Besonderen f├Ârderlich.

Das Selbstbewusstsein, das schon in den Riesenslaloms, in denen er hinter Marco Odermatt jeweils Rang 2 erreicht hatte, die Basis zum Erfolg war, nahm Meillard in den Slalom mit. Er meisterte die erneut schwierigen Aufgaben bravour├Âs. Er blieb beide Male ohne nennenswerten Fehler, im ersten Lauf war er zusammen mit No├źl der Konkurrenz deutlich ├╝berlegen. Mit 27 Hundertsteln R├╝ckstand auf den Franzosen lag er auf Platz 2, alle anderen b├╝ssten schon mehr als eine Sekunde auf No├źl ein.

Mit seiner zweiten Fahrt legte Meillard noch einen drauf. Erneut fuhr er bestechend sicher, obwohl er das Risiko nicht scheute, auf Sieg fuhr. Er f├╝hlte sich wohl bei den herrschenden Bedingungen, die nach grossen Neuschneemengen nicht mehr die gleichen, aber ebenso schwierig waren wie zuvor. Er fand Verh├Ąltnisse vor, bei denen seine technischen F├Ąhigkeiten in vollem Umfang zum Tragen kamen.

Der Sieg war eine gute Minute nach Meillards Zieldurchfahrt Tatsache. No├źl hielt der enormen Herausforderung nicht stand; er schied nach einem Einf├Ądler aus. So war Meillard zeitlich betrachtet in der Schlussrangliste allein auf weiter Flur. Der Deutsche Linus Strasser auf Platz 2 lag 89 Hundertstel zur├╝ck, der Norweger Henrik Kristoffersen auf Platz 3 bereits 1,17 Sekunden.

„Das ist das perfekte Ende eines fantastischen Wochenendes“, freute sich Meillard nach seinem dritten Weltcup-Sieg. Erster war er schon vor vier Jahren im Parallel-Riesenslalom in Chamonix und vor einem guten Jahr im Riesenslalom in Schladming gewesen. Seither musste er auch geduldig sein. „Ich hatte in zwei Rennen das Selbstvertrauen verloren, aber zehn gebraucht, um es zur├╝ckzugewinnen.“

Der Sieg war auch Lohn f├╝r diese Geduld. Am Sonntag war Meillard im Kreis der Besten der Allerbeste.

(text:sda/bild:keystone)