12 Februar 2023

Mehrheit will laut Umfrage neue Parteiverteilung im Bundesrat

Eine Mehrheit der Schweizer Bev├Âlkerung will gem├Ąss einer Umfrage eine neue Parteizusammensetzung im Bundesrat. Am ehesten einen Sitz dazugewinnen soll dabei Mitte-Links auf Kosten von FDP und SVP, wie die Sotomo-Umfrage im Auftrag der NZZ am Sonntag (NZZaS) zeigt.

Eine Mehrheit von 59 Prozent sagt zu einer parteipolitisch ver├Ąnderten Zusammensetzung im Bundesrat ja oder eher ja, wie die der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vorliegende Umfrage zeigt. Nur 35 Prozent ├Ąussern sich gegen eine neue Zusammensetzung der Landesregierung.

Wer sich f├╝r eine ├änderung der Zusammensetzung aussprach, stimmte am ehesten f├╝r eine St├Ąrkung der Linken. Am popul├Ąrsten war gem├Ąss Umfrage das Szenario, dass Mitte-Links einen Sitz zulasten von FDP und SVP im Bundesrat erhalten. Am zweitbeliebtesten war, dass die Gr├╝nen auf Kosten der FDP einen Sitz erhalten.

Massgebend f├╝r die Zusammensetzung des Bundesrats ist unter anderem die sogenannte Zauberformel, die einen Verteilschl├╝ssel von je zwei Sitzen der drei st├Ąrksten Parteien und einen der viertst├Ąrksten Partei vorsieht. Momentan besetzen SVP, SP und FDP im Bundesrat je zwei Sitze sowie die Mitte einen.

Da die Gr├╝nen bei den Eidgen├Âssischen Wahlen 2019 jedoch viertst├Ąrkste Kraft wurden, fordern sie einen Sitz im Bundesrat. Nicht ├╝berraschend unterst├╝tzen denn auch 91 Prozent der Gr├╝nen-Befragten eine neue Zusammensetzung im Bundesrat. Bei den Gr├╝nliberalen sind es 85 Prozent.

Ebenfalls f├╝r eine ├änderung sprechen sich in der Umfrage SP-W├Ąhlende aus – zu 72 Prozent. Gegen eine neue Zusammensetzung sind die W├Ąhlerinnen und W├Ąhler der FDP. Eine Mehrheit will am bisherigen Modell festhalten. Bei Mitte und SVP halten sich die Bef├╝rworter und Gegner einer ├änderung ungef├Ąhr die Waage.

Das private Forschungsinstitut Sotomo befragte im Auftrag der NZZ am Sonntag vom 24. bis 26. Januar insgesamt 1558 Stimmberechtigte der Schweiz. Im Oktober w├Ąhlt die Schweiz den Nationalrat neu. Danach finden die Gesamterneuerungswahlen des Bundesrats statt.

(text:sda/bild:unsplash)