17 M├Ąrz 2022

Mehr als 52 000 unidentifizierte Leichen in Mexiko

In Leichenhallen und Massengr├Ąbern in Mexiko liegen inzwischen mehr als 52 000 unidentifizierte Tote. Die Zahl wurde von der „Bewegung f├╝r unsere Verschwundenen in Mexiko“, einer Organisation von Angeh├Ârigen von Verschwundenen, durch Feldforschung und Anfragen bei Beh├Ârden ermittelt und von der Regierung best├Ątigt. Mexikos Vizeminister f├╝r Menschenrechte, Alejandro Encinas, verk├╝ndete sie am Donnerstag in der t├Ąglichen Pressekonferenz von Staatspr├Ąsident Andr├ęs Manuel L├│pez Obrador.

In dem nordamerikanischen Land, das seit Beginn des sogenannten Drogenkriegs im Jahr 2006 sehr hohe Mordraten verzeichnet, gelten inzwischen mehr als 99 000 Menschen als verschwunden. Gruppen von Angeh├Ârigen suchen auf eigene Faust nach verscharrten ├ťberresten. Werden solche gefunden, bleiben sie jedoch h├Ąufig lange in Leichenhallen liegen, ohne identifiziert zu werden. Es gibt keine nationale DNA-Datenbank, die es erlauben w├╝rde, Proben von Leichen mit Genmaterial von Vermissten abzugleichen.

Auch fehle es an einheitlichen Statistiken ├╝ber nicht identifizierte sowie identifizierte, aber nicht abgeholte Leichen, sagte Encinas. „Dies ist ein sehr schwerwiegendes rechtliches Vers├Ąumnis.“ Die hohe Zahl unidentifizierter Toter spiegele eine Krise in Mexiko wider, die nicht nur mit fehlenden Ressourcen zu tun habe, sondern auch mit fehlendem Willen der lokalen Beh├Ârden, die Situation zu ├Ąndern.

(text:sda/bild:unsplash-symbolbild)